BundesratStenographisches Protokoll883. Sitzung, 883. Sitzung des Bundesrates am 12. Juli 2018 / Seite 37

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für uns alle in allen Bundesländern ein Problem sein wird. Vor allem die älteren Men­schen, die ich über den Seniorenbund gut kenne und auch betreuen darf, sind in gro­ßer Sorge, dass die Anzahl der Hausärzte abnehmen wird. Vielleicht ist es tatsächlich so, dass die Begeisterung für diesen Beruf geweckt wird, wenn die Studierenden be­reits während des Studiums mit dem Beruf des Allgemeinmediziners vertraut gemacht werden. Es ist ja eine umfassende ärztliche Tätigkeit, die eigentlich jeden Menschen mit Freude erfüllen könnte.

Die Regelungen hinsichtlich des Praktikums für die Zahnmedizin kann man auch als sehr positiv ansehen.

Die Überweisungsbeträge wurden von meiner Kollegin Andrea Eder-Gitschthaler schon ausführlich dargestellt.

Zum Schluss möchte ich Ihnen, Herr Minister, für Ihren großen Einsatz, für den ich sehr dankbar bin und den wir alle hier sehr schätzen, danken und mir erlauben, auch noch ein persönliches Anliegen anzusprechen. Es sind heute schon einige Botschaf­terinnen und Botschafter in eigener Sache hier am Rednerpult gestanden, und so möchte auch ich jetzt für die international anerkannten und erfolgreichen Fachhoch­schulen in Tirol – das MCI, die Fachhochschule Kufstein und die Fachhochschule Ge­sundheit – eine Lanze brechen. Diese machen sich Sorgen hinsichtlich der Fortsetzung des Entwicklungs- und Finanzierungsplans seitens des Wissenschaftsministeriums. Es gibt diesbezüglich Schwierigkeiten zwischen dem Wissenschaftsministerium und dem Finanzministerium, und ich möchte Sie, Herr Minister, bitten, dass Sie persönlich Au­genmerk auf diese Sache legen, damit alles so gut weitergeht wie bisher. – Danke viel­mals. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)

10.52


Vizepräsident Dr. Magnus Brunner, LL.M.: Zu Wort gemeldet hat sich Herr Bundes­minister Dr. Heinz Faßmann. – Bitte.


10.52.42

Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung Dr. Heinz Faßmann: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Mitglieder des Bundesrates, herzlichen Dank für die bisherigen Redebeiträge! Ich bin kein Freund großer, redundanter Diskus­sionen, ich kann mir daher angesichts der hervorragenden Erklärungen, was Überwei­sungsbeträge sind, was Lehrordinationen sind, warum es diese Klarstellungen im UG gibt, eine weitere Erläuterung ersparen.

Ich bringe zunächst zur Kenntnis – und nehmen Sie bitte auch zur Kenntnis –, dass der Fachhochschulentwicklungs- und Finanzierungsplan in Bearbeitung ist, wie Sie voll­kommen zu Recht angedeutet haben. Wir führen derzeit Verhandlungen mit dem Fi­nanzministerium, aber ich bin ganz sicher, dass wir auf einem sehr guten Weg sind.

Ich möchte vielleicht etwas aufgreifen, was Sie, Herr Stögmüller, und andere Red­nerinnen auch zu Recht angedeutet haben, nämlich die Frage der medizinischen Ver­sorgung insbesondere des ländlichen Raums in Österreich. Das ist schon ein Thema, keine Frage, denn es erfolgt eine Abwanderung aus den ländlichen Räumen in die Zentralräume, Frau Kollegin Neurauter. Wir haben vorhin über Bildung gesprochen. Je höher die Bildungspartizipation ist, je mehr junge Menschen in die Städte gehen, desto wahrscheinlicher wird es auch, dass sie in den Städten bleiben und nicht mehr in den ländlichen Raum zurückkehren. Wir haben eben eine demografisch-qualifikatorisch se­lektive Wanderungsbewegung aus dem ländlichen Raum in die Städte. In den ländli­chen Räumen bleiben ältere Menschen zurück, auch mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass keine Familienangehörigen mehr dort sind, die sie pflegen und betreuen werden. Uns ist daher die Frage der medizinischen Versorgung der ländlichen Räume und da­her auch die Frage, wie man Mediziner am Ende des Studiums halten kann, ein wich-


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