für uns alle in allen Bundesländern ein Problem sein wird. Vor allem die älteren Menschen, die ich über den Seniorenbund gut kenne und auch betreuen darf, sind in großer Sorge, dass die Anzahl der Hausärzte abnehmen wird. Vielleicht ist es tatsächlich so, dass die Begeisterung für diesen Beruf geweckt wird, wenn die Studierenden bereits während des Studiums mit dem Beruf des Allgemeinmediziners vertraut gemacht werden. Es ist ja eine umfassende ärztliche Tätigkeit, die eigentlich jeden Menschen mit Freude erfüllen könnte.
Die Regelungen hinsichtlich des Praktikums für die Zahnmedizin kann man auch als sehr positiv ansehen.
Die Überweisungsbeträge wurden von meiner Kollegin Andrea Eder-Gitschthaler schon ausführlich dargestellt.
Zum Schluss möchte ich Ihnen, Herr Minister, für Ihren großen Einsatz, für den ich sehr dankbar bin und den wir alle hier sehr schätzen, danken und mir erlauben, auch noch ein persönliches Anliegen anzusprechen. Es sind heute schon einige Botschafterinnen und Botschafter in eigener Sache hier am Rednerpult gestanden, und so möchte auch ich jetzt für die international anerkannten und erfolgreichen Fachhochschulen in Tirol – das MCI, die Fachhochschule Kufstein und die Fachhochschule Gesundheit – eine Lanze brechen. Diese machen sich Sorgen hinsichtlich der Fortsetzung des Entwicklungs- und Finanzierungsplans seitens des Wissenschaftsministeriums. Es gibt diesbezüglich Schwierigkeiten zwischen dem Wissenschaftsministerium und dem Finanzministerium, und ich möchte Sie, Herr Minister, bitten, dass Sie persönlich Augenmerk auf diese Sache legen, damit alles so gut weitergeht wie bisher. – Danke vielmals. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
10.52
Vizepräsident Dr. Magnus Brunner, LL.M.: Zu Wort gemeldet hat sich Herr Bundesminister Dr. Heinz Faßmann. – Bitte.
Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung Dr. Heinz Faßmann: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Mitglieder des Bundesrates, herzlichen Dank für die bisherigen Redebeiträge! Ich bin kein Freund großer, redundanter Diskussionen, ich kann mir daher angesichts der hervorragenden Erklärungen, was Überweisungsbeträge sind, was Lehrordinationen sind, warum es diese Klarstellungen im UG gibt, eine weitere Erläuterung ersparen.
Ich bringe zunächst zur Kenntnis – und nehmen Sie bitte auch zur Kenntnis –, dass der Fachhochschulentwicklungs- und Finanzierungsplan in Bearbeitung ist, wie Sie vollkommen zu Recht angedeutet haben. Wir führen derzeit Verhandlungen mit dem Finanzministerium, aber ich bin ganz sicher, dass wir auf einem sehr guten Weg sind.
Ich möchte vielleicht etwas aufgreifen, was Sie, Herr Stögmüller, und andere Rednerinnen auch zu Recht angedeutet haben, nämlich die Frage der medizinischen Versorgung insbesondere des ländlichen Raums in Österreich. Das ist schon ein Thema, keine Frage, denn es erfolgt eine Abwanderung aus den ländlichen Räumen in die Zentralräume, Frau Kollegin Neurauter. Wir haben vorhin über Bildung gesprochen. Je höher die Bildungspartizipation ist, je mehr junge Menschen in die Städte gehen, desto wahrscheinlicher wird es auch, dass sie in den Städten bleiben und nicht mehr in den ländlichen Raum zurückkehren. Wir haben eben eine demografisch-qualifikatorisch selektive Wanderungsbewegung aus dem ländlichen Raum in die Städte. In den ländlichen Räumen bleiben ältere Menschen zurück, auch mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass keine Familienangehörigen mehr dort sind, die sie pflegen und betreuen werden. Uns ist daher die Frage der medizinischen Versorgung der ländlichen Räume und daher auch die Frage, wie man Mediziner am Ende des Studiums halten kann, ein wich-
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