Lebensumstände der Menschen, in Ermangelung der Kenntnis der vor Ort vorherrschenden Umstände falsche oder – um es etwas abgeschwächt zu sagen – keine entsprechenden Entscheidungen getroffen werden. Sie sagt uns aber auch, dass es mit etwas gutem Willen für alles eine Lösung gibt.
Es ist zum Beispiel ein großer Unterschied, ob man von der Lebenswelt und den Problemen und Herausforderungen eines Bauern in Niederösterreich oder von jenen eines Bergbauern in Tirol redet. Es ist auch ein großer Unterschied, ob man von der jetzt so kontrovers diskutierten Wolfsthematik als Städterin oder als betroffene Bäuerin redet. Es ist ein großer Unterschied, ob man vom Städtetourismus oder vom Wintertourismus in Tirol redet. Und es ist ebenso ein großer Unterschied, ob man von den Problemen einer Pendlerin im Großraum einer Stadt oder jenen einer Pendlerin im ländlichen Raum spricht. Es gäbe noch unzählige weitere Beispiele.
Genau dafür, dass diese verschiedenen Bedürfnisse und Herausforderungen politisch bewältigt und die verschiedenen Lebenswelten zusammengeführt werden, ist es auch so wichtig, dass es die Länderkammer und die Landeshauptleutekonferenz gibt.
Geschätzter Herr Präsident, du hast dir für deine Präsidentschaft äußerst spannende Themen wie Tourismus und Landwirtschaft als Symbiose, Chancengleichheit des ländlichen Raumes mit der Stadt, Dezentralisierung der Bundesbehörden ausgesucht, und wir werden dich natürlich bei der Abarbeitung dieser Themen bestmöglich unterstützen.
Sehr geehrter Herr Landeshauptmann! Abschließend wünsche ich dir namens meiner Fraktion für die Arbeit an deinen in der heutigen Erklärung skizzierten Themen – sei es die Pandemiebewältigung, sei es die Schwerpunktsetzung, Wirtschaftsstandort und Arbeitsmarkt wieder in Schwung zu bringen, oder sei es das Thema Versorgungssicherheit mit der Blackoutübung – eine gute Hand und Durchhaltevermögen für erfolgreiche Verhandlungen. Und danke schön, dass du immer so gut auf unser Land Tirol schaust! – Danke. (Beifall bei ÖVP und Grünen sowie bei BundesrätInnen der SPÖ.)
9.41
Präsident Dr. Peter Raggl: Vielen Dank für die Ausführungen.
Zu Wort gemeldet ist nun Herr Bundesrat Stefan Zaggl. Ich erteile ihm dieses.
Bundesrat Stefan Zaggl (SPÖ, Tirol): Sehr geehrter Herr Präsident! Ich darf dir auch im Namen meiner Fraktion zu deiner Präsidentschaft recht herzlich gratulieren. Sehr geehrter Herr Landeshauptmann! Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Liebe Zuseherinnen! Liebe Zuseher! Mit jeder neuen Übergabe, mit jedem neuen Bundesratspräsidenten beginnt immer wieder ein neuer Weg, an dem sich zeigt, dass es auch hier überparteiliches Zusammenarbeiten wie auch einen Informationsfluss, der weiter als bis zur eigenen Parteitür geht, gibt. Ich wünsche mir auch von dem neuen Bundesratspräsidenten, dass er dies als in seinem Sinne sieht, denn die Arbeit in der Länderkammer sollte mehr sein als nur das Verfolgen des Wegs, der dem Parteibuch entspricht.
Natürlich wäre es wünschenswert, dass man auch in der Landesregierung den überparteilichen Weg erkennt und anerkennt, da sehr oft gute Ideen und Lösungswege von jemand anderem als von Vertretern der eigenen Partei stammen können. – Dies sei als kleiner Gedankenanstoß an unseren Herrn Landeshauptmann gerichtet.
Als Tiroler sollte ich Ihnen nun vom schönen Land Tirol erzählen, und ja, unser Bundesland Tirol ist durch unser Naturerbe, die Berge, die wunderbare Landluft, die klaren Gebirgsseen ein Land voller Leben, voller Klänge, voller Tradition. Doch leider ist Tirol nicht nur das Land der Berge, der Natur, sondern fast schon mehr das Land des Transitverkehrs, der Tourismusüberlagerung, der Wirtschaftsmacht und ein Land, in
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