In diesem Sinne herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit. Ich wünsche mir eine gute Zusammenarbeit mit dem Bundesrat. Er ist unverzichtbar, er ist unsere Länderkammer, in diesem Sinne werden wir die nächsten sechs Monate gut zusammenarbeiten. – Herzlichen Dank. (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen sowie des Bundesrates Arlamovsky.)
9.35
Präsident Dr. Peter Raggl: Ich danke dem Herrn Landeshauptmann von Tirol Günther Platter für seine Ausführungen.
Wir gehen in die Debatte ein.
Zu Wort gemeldet ist Frau Bundesrätin Elisabeth Mattersberger. Ich erteile ihr dieses.
Bundesrätin Elisabeth Mattersberger (ÖVP, Tirol): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Landeshauptmann! Geschätzte Frau Landtagspräsidentin auf der Galerie! Werte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Zuseherinnen und Zuseher! Heute ist ein ganz erfreulicher Tag: Unser Landeshauptmann Günther Platter hat den Vorsitz in der Landeshauptleutekonferenz und Dr. Peter Raggl hat die Präsidentschaft im Bundesrat übernommen. Namens unseres Fraktionsvorsitzenden, Präsidenten außer Dienst Karl Bader, und unserer Fraktion darf ich dir, lieber Präsident, recht herzlich zur Übernahme der Präsidentschaft gratulieren und alles Gute wünschen. (Allgemeiner Beifall.) Ich bin sicher, dass du dieses anspruchsvolle Amt zum Wohle des Föderalismus gewissenhaft und umsichtig ausführen wirst.
Namens unserer Fraktion darf ich mich bei dir, geschätzter Landeshauptmann, für die umfangreiche zukunftsorientierte, Mut machende Erklärung hier im Plenum bedanken. Ich bin überzeugt, dass es dir gelingen wird, zu den wichtigen anstehenden Themen eine einheitliche Linie mit den Bundesländern zu finden. Mit der dir eigenen Vehemenz wirst du diese dann im Bund nachhaltig vertreten und verhandeln. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Meine Damen und Herren! Bei der Vorbereitung meiner Rede beziehungsweise bei der Überlegung, den Föderalismus herauszustreichen, besonders herauszustreichen, habe ich mich an eine historische Geschichte aus meiner Heimatgemeinde Matrei in Osttirol erinnert. Diese Geschichte spiegelt meiner Meinung nach die verschiedenen Lebenswelten in den einzelnen Bundesländern und damit auch die landesspezifisch verschiedenen Herausforderungen ganz gut wider.
Matrei in Osttirol gehörte circa 600 Jahre, bis ins Jahr 1810, zum Fürsterzbistum Salzburg. In Matrei steht der größte Landdom Tirols, die Pfarrkirche Sankt Alban. Sankt Alban wurde von 1776 bis 1783 neu erbaut. Nach baulicher Fertigstellung wollten die Matreier ihre Kirche mit Fresken von Franz Anton Zeiller künstlerisch gestalten lassen. Nach Anfrage bei der salzburgisch-bischöflichen Verwaltungsbehörde kam von dort im Sinne der Aufklärung die Vorschreibung, dass – ich zitiere – sowohl die Ausmalung der Kirche als auch die Auszierung mit Stukkaturarbeiten gänzlich zu unterbleiben habe. Die Matreier ergriffen daraufhin die Eigeninitiative – sie haben vermutlich Spenden gesammelt, es wurden keinerlei Rechnungen im Archiv gefunden – und haben Sankt Alban mit wunderschönen Stukkaturen und Fresken von Franz Anton Zeiller versehen lassen. Dies alles war nur möglich, weil eine Kontrolle seitens der bischöflichen Verwaltungsbehörde über den nur wenige Monate im Jahr passierbaren Felbertauern überaus beschwerlich war und daher selten stattfand.
Was sagt uns diese Geschichte, meine Damen und Herren? – Sie sagt uns nicht, dass Anordnungen von Behörden nicht befolgt werden sollen, sie sagt uns auch nicht, dass man sich Anordnungen widersetzen soll, sie sagt uns aber, dass manchmal aus der Entfernung in Ermangelung der Ortskenntnis, in Ermangelung der Kenntnis der tatsächlichen
HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite