Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 64. Sitzung / Seite 27

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Präsident Dr. Heinz Fischer: Danke.

Die nächste Frage formuliert Abgeordneter Dr. Cap.

Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Frau Bundesminister.

100/M

Aus welchen Gründen wurde bisher nicht mit der ursprünglich für Herbst 1994 geplanten umfassenden Sanierung und baulichen Erweiterung der Albertina, ohne die diese international so bedeutende graphische Sammlung nicht in entsprechender Form der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann, begonnen?

Präsident Dr. Heinz Fischer: Bitte, Frau Bundesministerin.

Bundesministerin für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten Elisabeth Gehrer: Aus einem einfachen Grund: Finanzierungsprobleme. Das kostet 876 Millionen Schilling. Aus diesem Grund wurde das gesamte Projekt in zwei Tranchen zerlegt. Es werden jetzt als erstes der Tageslichtspeicher, das Speichergebäude und die Arbeitsräume errichtet; die entsprechenden Detailpläne sind in Ausarbeitung. Die Baumaßnahmen werden demnächst eingeleitet, die Bauverfahren laufen.

Die Sanierung des Hauptgebäudes wird schrittweise, je nachdem, in welcher Höhe Geldmittel zur Verfügung stehen, vorgenommen. Besonders suchen wir aber auch in diesem Bereich Sponsoren, die bereit sind, einzelne Räume zu sanieren.

Ich bemühe mich, die Sanierung so schnell wie möglich umzusetzen, denn ich halte es für äußerst notwendig, daß die größte Graphiksammlung der Welt wieder ordentliche Räumlichkeiten hat.

Präsident Dr. Heinz Fischer: Danke. Kollege Öllinger, bitte.

Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Sie haben das Problem der Etappenfinanzierung der Albertina schon angesprochen. Mich würde interessieren, Frau Bundesministerin, ob im kommenden Doppelbudget die Finanzierung der weiteren Etappe gesichert ist oder ob die noch nicht drinnen ist.

Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Bundesministerin.

Bundesministerin für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten Elisabeth Gehrer: Ich habe es nicht verstanden. Wofür?

Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Für die Finanzierung der Sanierung der Albertina.

Bundesministerin für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten Elisabeth Gehrer: Dafür wird im Budget Vorsorge getragen. Ich werde es beantragen.

Präsident Dr. Heinz Fischer: Danke. Kollege Krüger, bitte.

Abgeordneter Dr. Michael Krüger (Freiheitliche): Frau Bundesminister! Wie stehen Sie dazu, daß sich einerseits die Albertina in einem beklagenswerten Zustand befindet wir konnten uns ja seitens des Kulturausschusses davon überzeugen, daß es teilweise hineinregnet , daß offensichtlich die budgetären Mittel nicht vorhanden sind, um die Albertina in den nächsten Jahren in einen ordnungsgemäßen baulichen Zustand zu versetzen, auf der anderen Seite aber Millionen und Abermillionen in das neue Museumsquartier investiert werden?

Das ist für mich so, als würde ein Hausbesitzer ein Haus verfallen lassen, aber schon vorher mit dem Bau eines neuen beginnen.


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