Nationalrat, XXII.GPStenographisches Protokoll76. Sitzung / Seite 186

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zielte Maßnahmen fehlen. Es ist allerhöchste Zeit, dass Sie für diese Menschen etwas tun.

Mir sind in diesem Zusammenhang drei Punkte besonders wichtig. Ich denke, flächen­deckende Kinderbetreuungseinrichtungen sind unbedingt notwendig, um Job und Fa­milie unter einen Hut zu bringen. Eine Änderung beim Kindergeld ist notwendig – einer­seits gehört die Bezugsdauer flexibilisiert, um den Wiedereinstieg zu erleichtern; aber auch die Zuverdienstgrenze sollte überdacht werden, um gerade den Alleinerzieherin­nen und Alleinerziehern, die ja darauf angewiesen sind, erwerbstätig zu sein und den Lebensunterhalt für ihre Familie zu bestreiten, bessere Möglichkeiten zu geben. Eine Änderung beim Unterhaltsrecht ist aus meiner Sicht ebenfalls unbedingt notwendig. Jede sechste Alleinerzieherin in Wien erhält keinen Kindesunterhalt beziehungsweise keinen Unterhaltsvorschuss, und das ist eine Existenzfrage für diese Menschen.

Diese drei Maßnahmen gehören erfüllt, um mit dieser Gruppe von Menschen auch Solidarität zu zeigen, um ihre Lebenssituation zu verbessern, Solidarität zu zeigen in dem Sinne, wie das schon im Titel dieser Enquete „Familie – Generationen – Solidari­tät“ vorgegeben worden ist. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)

20.28

 


Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr spricht Frau Abgeordnete Schiefermair. 3 Mi­nuten. – Bitte.

 


20.28

Abgeordnete Notburga Schiefermair (ÖVP): Geschätzter Präsident! Werte Frau Staatssekretär! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Viele jener Maßnahmen, welche die Regierung nun setzt, erscheinen uns heute zum Teil als großes Problem. Diese Pro­bleme werden uns aber in 20 bis 30 Jahren als klein erscheinen im Vergleich zu den Auswirkungen, die wir durch unsere demographische Entwicklung dann zu spüren bekommen werden. Im Jahr 2050 wird jeder dritte Österreicher über 60 Jahre alt sein. Wie werden wir dann Pensions-, Pflege- und Gesundheitsprobleme lösen können?

In diesem Bericht zeigt Professor Prisching verschiedene Trends auf. Mag. Guger stellt im Bericht die These auf, dass der Wandel des Frauenbildes die Ursache für den Ge­burtenrückgang ist. Höhere Ausbildung und Streben nach einer Erwerbskarriere müs­sen nicht unbedingt in Kinderlosigkeit enden. Die viel zitierte Vereinbarkeit von Beruf und Familie – das haben wir heute schon oft gehört – müssen wir einfach vorantreiben. Da sind wir Politiker in der Pflicht.

Vergessen wir aber auch nicht die ständig anwachsende Gruppe der Älteren. Das Bild des 60-jährigen Greises gehört der Vergangenheit an. Die Älteren sind meist finanziell abgesichert und leisten oftmals materielle Beiträge für die Jüngeren, sind aber viel­leicht nicht mehr prinzipiell bereit, als familiäre Alltagshilfe für Kinder und Enkelkinder zur Verfügung zu stehen, und werden künftig auch selbst weniger von der nachkom­menden Generation versorgt.

Wiederum ist Solidarität gefragt. Ältere Menschen haben das Recht auf Zuwendung und Betreuung. Wesentlich höhere Anforderungen an das Gesundheitssystem müssen eingeplant werden.

Familie ist das Modell des Zusammenlebens, das für Werte wie sozialem und wirt­schaftlichem Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung und Förderung und Sorge für sich selbst und füreinander steht.

Abschließend möchte ich Folgendes sagen: Die Sehnsucht nach Familie existiert. Die Jugendwertestudie zeigt, der Großteil der jungen Menschen wünscht sich einen ver­lässlichen Partner, Kinder, Treue, Liebe. Sie streben eigentlich ein sehr konservatives


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