Nationalrat, XXII.GP Stenographisches Protokoll 122. Sitzung / Seite 166

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denn Sie haben völlig unzulässige Vergleiche gezogen! Es ist nicht irrelevant, ob es sich um Bundeseinrichtungen handelt oder nicht. Ich glaube, Sie, Herr Bundesminister Grasser, haben ein bisschen ein ähnliches Problem wie Herr Seipel, verwechseln doch auch Sie ständig privat und Staat.

Es bleibt dabei: Es stellt eine Missachtung des Nationalrates dar, dass diese Anfrage nicht beantwortet wurde. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)

Generell ist die Auskunftsfreude bei dieser Bundesregierung enden wollend. Was bei­spielsweise das Kunsthistorische Museum betrifft, hat es noch einigermaßen funk­tioniert. Habe ich jedoch Frau Bundesministerin Gehrer gefragt, welche Kosten die Ge­burtstagsparty von Herrn Morak verschlungen hat, war ihre Antwort, der Rechnungshof hat festgestellt, dass vom Kunsthistorischen Museum 5 736,88 € für die Geburtstags­feier von Herrn Staatssekretär Franz Morak aufgewendet wurden.

Frau Kollegin Brinek, ich finde es unglaublich, dass Sie so etwas auch noch verteidi­gen! Und es ist nobel ausgedrückt, dass das vom Kunsthistorischen Museum ... (Abg. Dr. Brinek: Das waren Sponsoren!) – Nein, die Bevölkerung hat das alles zahlen müssen! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.) Die Österreicherinnen und Österreicher, die sich ihre eigenen Geburtstagsfeiern natürlich selber zahlen müssen, müssen jetzt auch noch Geburtstagsfeiern für Herrn Staatssekretär Morak bezahlen! Das ist doch eine Ungeheuerlichkeit! Ich warte auf den Tag, an dem Herr Morak das endlich zurückbezahlt, Frau Kollegin Brinek! (Beifall bei der SPÖ.)

Es kommt aber noch besser: Ich habe mir auch zu fragen erlaubt, ob Herr Staatssek­retär Morak auch mit einem Geschenk bedacht worden ist und, falls ja, mit welchem und wie viel es gekostet hat. Und: Wer hat die Kosten eines allfälligen Geburtstags­geschenkes zu tragen?

Wissen Sie, Frau Kollegin Brinek, was Frau Bundesministerin Gehrer darauf geant­wortet hat? – Diese Fragen betreffen keinen Gegenstand der Vollziehung.

Da muss man einmal innehalten: Was soll denn das heißen? Warum hat Ministerin Gehrer nicht gesagt: Nein, Staatssekretär Morak hat selbstverständlich kein Geburts­tagsgeschenk bekommen, denn die Verköstigung dort ist ohnehin schon bezahlt wor­den. Antwort der Bundesministerin: Das ist kein Gegenstand der Vollziehung. – Das ist doch ungeheuerlich! Also hat Staatssekretär Morak offensichtlich nicht nur vom Steu­erzahler seine Party bezahlt bekommen, sondern auch noch ein Geschenk! Das ist doch wirklich unglaublich! (Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.)

Schauen wir noch kurz zum Gironcoli Museum sowie zur Sache Herberstein. Frau Kol­legin Wolfmayr, schon im September 2004 habe ich gewusst, dass da einiges im Argen liegt, und habe das auch offen gesagt. Sie, Frau Kollegin Wolfmayr, haben damals den „degoutanten Zynismus“ des SPÖ-Abgeordneten Kräuter kritisiert und gesagt:

„Die Tüchtigkeit und die großen Leistungen von Andrea Herberstein sind in der Steier­mark und ganz Österreich unbestritten.“

Herr Finanzminister, Sie müssen auch einmal erklären, was denn mit dieser Million Euro passiert ist, die Sie für das Gironcoli Museum gegeben haben, denn mittler­weile ...

 


Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Kräuter, zum Thema der Anfragebesprechung bitte! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)

 


Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (fortsetzend): Das System des Kunsthistorischen Museum ist ja sozusagen 1 : 1 umzulegen auf das, was in der Sache Herberstein und Gironcoli Museum passiert ist. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) Als Beispiel:


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