Nationalrat, XXIV.GPStenographisches Protokoll26. Sitzung / Seite 168

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zum Beispiel im Bereich der Ackerwirtschaft mit einfachen Düngemethoden oder zum Beispiel im Zuge von Mastprogrammen auch bei der Fleisch-, Milch-, Eierproduktion et cetera –, gibt es gerade im Bereich der landwirtschaftlichen Entwicklung sehr oft an­dere Effekte, an die man im ersten Moment gar nicht denkt.

Ich sage nur Folgendes: Wenn es zum Beispiel gelingt, es in weiten Landstrichen Afri­kas „salonfähig“ – unter Anführungszeichen; wahrscheinlich eher hüttenfähig – zu ma­chen, dass das Vieh nicht dadurch gefüttert wird, dass ein Kind damit den ganzen Tag unterwegs ist und von einem Futterplatz zum nächsten zieht, sondern dass man dazu übergeht, Heu zu produzieren, dass man dazu übergeht, im Hinterhof eiweißreiches Futter anzubauen, dann können diese Kinder in Zukunft in die Schule gehen, anstatt mit dieser Kuh, dieser Ziege oder was auch immer unterwegs zu sein.

Das hat noch ganz andere, sehr viel wichtigere entwicklungspolitische Effekte, wie eben, dass Mädchen – denn diese sind es vor allem, die da mit dem Vieh unterwegs sind – Bildung bekommen. Bildung zu haben, eine Berufsausbildung zu haben, heißt auch, die Chance zu haben, eine bezahlte Arbeit zu bekommen. Und bezahlte Arbeit heißt, dass man später heiratet, weniger und auch später Kinder bekommt, und kleine­re Familien leisten durchaus einen wichtigen Beitrag dazu, dass Armut weiter bekämpft wird, aber auch, dass Ernährungssicherheit einfacher gewährleistet werden kann.

Ich weiß, dass in der landwirtschaftlichen Entwicklung quantitative und qualitative Ver­besserungen in der Nahrungsmittelversorgung geleistet werden können, aber auch da ist es mir sehr wichtig, darauf hinzuweisen, dass einmal mehr die Frage der Kohärenz ganz wichtig ist, denn eine noch so gute landwirtschaftliche Entwicklung im Süden hilft nichts, wenn wir im Norden eine Agrarexportpolitik machen, die es Produkten, die im Süden hergestellt wurden, unmöglich macht, auf den lokalen Märkten mit den von uns hoch subventionierten Produkten, wie zum Beispiel Milch, wie oft auch Geflügel, zu konkurrieren.

Ich glaube, die beiden Dinge müssen Hand in Hand gehen: eine Wiederauffüllung mit einer entwicklungspolitisch kohärenten gemeinsamen Agrarpolitik in der EU und in Ös­terreich. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ.)

17.25

17.25.30

 


Präsident Fritz Neugebauer: Wortmeldung hiezu liegt keine mehr vor. Die Debatte ist geschlossen.

Wir kommen zu den Abstimmungen; jeder Ausschussantrag wird getrennt behandelt.

Zunächst kommen wir zur Abstimmung über den Entwurf eines Bundesgesetzes über die Erhöhung der Quote Österreichs beim Internationalen Währungsfonds samt Titel und Eingang in 158 der Beilagen.

Wer für diesen Gesetzentwurf ist, den bitte ich um ein Zeichen. – Das ist angenom­men.

Wir kommen sogleich zur dritten Lesung.

Wenn Sie auch in dritter Lesung dem Gesetzentwurf zustimmen, bitte ich Sie um ein entsprechendes Zeichen. – Der Gesetzentwurf ist auch in dritter Lesung angenom­men.

Wir kommen weiters zur Abstimmung über den Entwurf eines Bundesgesetzes über die Leistung eines zusätzlichen Beitrages zum Internationalen Fonds für landwirtschaft­liche Entwicklung samt Titel und Eingang in 195 der Beilagen.

Ich bitte Sie um ein zustimmendes Zeichen. – Das ist angenommen.

 


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