Nationalrat, XXIV.GPStenographisches Protokoll59. Sitzung / Seite 68

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Wir sind sehr froh darüber, dass es sehr viele Maßnahmen für junge Menschen am Arbeitsmarkt gibt – schön so! –, wir stellen uns aber auch die Frage: Was wollen ältere Menschen? Ältere Menschen wollen ein sinnerfülltes Leben, sie wollen nicht zum alten Eisen gehören, sie wollen gebraucht werden. Deshalb ist es ja so dramatisch, wenn Ältere ihren Job verlieren. Aber – und das ist eine gute Nachricht – für Ältere wird sich in Kürze der Wind am Arbeitsmarkt drehen: Nach einer Studie der Allianz wird 2015 der Anteil der Jugendlichen schrumpfen. Was heißt das? Ältere Arbeitskräfte werden dringend wieder gebraucht, und das schon in den nächsten Jahren.

Und was bedeutet das für die Politik? – Wir brauchen dringend Anreize, diese erfah­renen Menschen länger im Job zu halten. Dazu hat der Seniorenbund ein neues Belohnungsmodell ausgearbeitet. Es schafft neue Chancen, es belohnt Leistung. Und was kostet es? – Gar nichts! Kann das funktionieren? – Ja, das funktioniert. Wer länger arbeiten will, über das geltende Regelpensionsalter hinaus, der soll stärker belohnt werden, und zwar so stark, dass es sich im Börsel auch auszahlt.

Das Schöne an diesem Modell: Es nützt nicht nur dem Einzelnen, es nützt auch den Sozialsystemen und dem Finanzminister, also eine Win-win-Situation. Wenn einer länger, über das Regelpensionsalter hinaus arbeitet, soll er plus 6 Prozent Pension bekommen. Bleibt er fünf Jahre, sind das immerhin plus 30 Prozent. Schadet nieman­dem, nützt allen, da kann man doch nichts dagegen haben. Das würde ich Ihnen, Herr Bundesminister, gerne ans Herz legen.

Gleichzeitig möchte ich mich dafür bedanken, dass Sie die Seniorenvertreter als So­zial­partner zu so guten Gesprächen einladen. Gute Gespräche, gutes Ergebnis – das wünschen wir uns alle.

Ein kurzes Wort noch zur Mindestsicherung, werte Kolleginnen und Kollegen. Ja zur Mindestsicherung, aber keine soziale Hängematte – sonst können wir unseren Senio­ren nicht mehr in die Augen schauen, denn die Durchschnittspension im ASVG beträgt 938 €. Und dafür haben die Pensionisten ein Leben lang gearbeitet. Das möchte ich zu bedenken geben, wenn es auch um die Mindestsicherung geht. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)

12.23


Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Kitzmüller. – Bitte.

 


12.23.41

Abgeordnete Anneliese Kitzmüller (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehr­ter Herr Minister! Werte Gäste auf den Tribünen! Hohes Haus! 2007 waren in Öster­reich 213 600 Personen abhängig von der Sozialhilfe, um überleben zu können. Davon waren 152 500 in der sozusagen offenen Sozialhilfe, diese wurden zu Hause betreut, 61 100 wurden in Pflegeheimen, Altenwohnheimen betreut. Das ist gegenüber 1967 ein Plus von 67 Prozent, meine Damen und Herren! Und das ist noch nicht die Spitze, es kommt noch mehr: Der Sozialhilfebeitrag, den wir leisten müssen, ist um 105 Pro­zent gestiegen!

In Wien sind die Zahlen noch viel ärger, da ist die Zahl der Sozialhilfeempfänger von 34 600 im Jahr 1967 auf heute 88 600 gestiegen – Tendenz steigend, meine Damen und Herren! In Wien hat man ja in vorauseilendem Gehorsam, wie wir Österreicher das ja gerne machen, schon 2006 per Erlass die Sozialhilfe für jeden eingeführt, für jeden, der sich in Österreich gerade aufhält. Das heißt, 2,7 Prozent sind an Nichtinländer gegangen, an Zuwanderer, die Sozialhilfe empfangen haben, meine Damen und Her­ren!

Und Sie reden davon, dass wir die Ausländer zu uns holen müssen, um unsere Pensionen zu sichern? Zuerst zahlen wir ihnen Sozialhilfe, und dann sollen sie unsere


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