Nationalrat, XXIV.GPStenographisches Protokoll85. Sitzung / Seite 34

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erfolgsorientiert sind, darin, dass sie eine breitere regionale Streuung haben, dass sie berufsausbildungsbegleitend sind, dass sie ein sehr, sehr tolles berufsbegleitendes An­gebot und daher auch eine bessere Planbarkeit haben.

Ich darf auch darauf hinweisen, dass wir keine ausländische Studie brauchen. Wir ha­ben einen Live-Test gehabt, indem wir Studiengebühren ja in Österreich hatten und der Anteil von Studienanfängern um 15 Prozent zurückging, was sich erst durch die Abschaf­fung der Studiengebühren wieder verändert hat. Und Sie reden jetzt wieder von einem Massenansturm.

Ich komme zu meiner Frage: Frau Bundesministerin, glauben Sie nicht, dass es auch an den Universitäten ein größeres Angebot an berufsbegleitenden Einrichtungen und An­geboten geben soll? Und wie wollen Sie das forcieren, vor allem im Hinblick auf lebens­begleitendes Lernen?

 


Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Bundesministerin, bitte.

 


Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung Mag. Dr. Beatrix Karl: Sie haben die bessere Planbarkeit an den Fachhochschulen angesprochen. Diese ist aber vor allem auch deshalb gegeben, weil es dort Aufnahmeverfahren gibt, weil die Fach­hochschulen genau wissen, wie viele Studierende es gibt, für wie viele Studierende sie Hörsäle brauchen, für wie viele Studierende sie Lehrende brauchen – eine Planbarkeit, die die Universitäten nicht haben, worunter die Universitäten sehr leiden. Deshalb sage ich immer, wir brauchen dringend Aufnahmeverfahren an den Universitäten.

Sie haben ausländische Studien angesprochen. Wir haben natürlich auch inländische Studien, aber Sie dürfen eines nicht vergessen: Wissenschaft und Forschung funktio­nieren heute schon international, und da können wir nicht nur auf inländische Studien und Erfahrungen blicken, sondern müssen natürlich auch über die Grenzen hinaus blicken. (Abg. Silhavy: Aber es ist ja um den Zugang der Studierenden gegangen!) Wir schauen natürlich beides an, wir ziehen inländische und ausländische Studien heran, ganz klar.

Sie haben mich auch hinsichtlich berufsbegleitender Studien gefragt. Es gibt bereits viele Maßnahmen im Bereich des berufsbegleitenden Studiums. Es wurden die 34 Mil­lionen €, die dieses Jahr für die Verbesserung der Lehre an die Universitäten ausge­schüttet wurden, auch sehr stark dafür verwendet, das berufsbegleitende Angebot zu verbessern, etwa e-Learning und so weiter.

 


Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zusatzfrage? – Bitte, Herr Abgeordneter Mayer.

 


Abgeordneter Peter Mayer (ÖVP): Geschätzte Frau Bundesminister! Eine gute sozia­le Durchmischung der Studierenden sollte ja durch faire Zugangsregelungen an den Universitäten gewährleistet sein. Jetzt wissen wir aus der Statistik, und es ist auch heu­te schon mehrmals erwähnt worden: Gerade bei den Fachhochschulen funktioniert die­se soziale Durchmischung sehr gut, trotz Gebühren und Beschränkungen.

Daher meine Frage: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Fachhochschulzugang, Hochschulzugang und Akademikerquote?

 


Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Bitte, Frau Bundesministerin.

 


Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung Mag. Dr. Beatrix Karl: Inter­nationale Studien belegen, dass es keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem Hochschulzugang und der Akademikerquote gibt. Ich gehe noch einmal ins Ausland und blicke noch einmal über die Grenzen, und zwar nach Finnland. Finnland ist ja ein Land, das gerade im Bildungsbereich häufig und immer wieder genannt wird. Was aber selten erwähnt wird, ist diese Schnittstelle zwischen Schule und Hochschulen. Wir ha­ben in Finnland nämlich ein doppeltes Aufnahmeverfahren: einerseits einen Numerus clausus und zum anderen Aufnahmeverfahren in jeder einzelnen Studienrichtung. Und trotzdem hat Finnland eine doppelt so hohe Akademikerquote wie Österreich.

 


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