Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll37. Sitzung / Seite 125

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tion –, dass auch wir der Meinung sind, dort, wo die Eltern die Möglichkeit haben, sel­ber für eine optimale Betreuung ihrer Kinder zu sorgen, sollen sie es auch tun können. Aber bei all jenen, die das nicht haben oder, ich sage nur eines dazu, die es auch nicht können – ich sage Ihnen, die es auch nicht können, das sage ich als langjähriger Leh­rer und auch als Vater, der aus einer entsprechenden Gegend kommt und weiß, wovon er spricht –, da bleiben Kinder mit den gleichen Talenten auf der Strecke, nur weil sie nicht dieselben Voraussetzungen von zu Hause aus haben.

Da können wir einen Beitrag leisten, dass diese Talente nicht verloren gehen. Und da­zu zählt eben auch eine gute Frühförderung, eine Ganztagsbetreuung an einer Schule. Diese Möglichkeiten müssen wir schaffen, dass diese Förderung qualitätsvoll und best­möglich ist.

Zum Schluss vielleicht noch ein Satz, den zu sagen mir nicht unwichtig ist – besonders an die Kollegen von der ÖVP gerichtet –: Ich komme aus einem Bundesland, und auch im Nachbarbundesland ist das so, das sich vehement für die gemeinsame Schule ein­setzt. Wissen Sie, wenn man sparen will und trotzdem das Beste für die Schule he­rausholen, dann gibt es eine Möglichkeit: Schauen wir, dass es nicht mehr für die 10- bis 14-Jährigen drei verschiedene Schulen gibt – die Sonderschule, die Neue Mittel­schule oder Hauptschule oder die AHS-Unterstufe. Jede hat eigene Inspektoren – für Religion, für Turnen, für Pflichtschulen, für AHS, für alles Mögliche –, auch eigene Ver­waltungsebenen bis hinauf zum Ministerium.

Wenn wir es schaffen, diese Gelder, die hier weit verstreut sind, auf Bund und Länder und Gemeinden verteilt, in eine gemeinsame Schule, die die Talente der Schüler för­dert, der begabten wie auch jener, die eine Förderung brauchen, zu investieren, dann haben wir ein effizientes Schulsystem, wir haben die beste Bildung für unsere Kinder, die wir brauchen. Und das ist nun einmal die gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jäh­rigen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)

15.16


Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Walser. – Bitte.

 


15.16.18

Abgeordneter Dr. Harald Walser (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Hohes Haus! Ich habe mich noch einmal wegen des Entschließungsantrages der NEOS, des Kollegen Strolz zu Wort gemeldet. Es freut mich jetzt aber, nach der Rede des Kolle­gen Mayer noch einmal ans Pult gehen zu können, um mich zu bedanken. Seit vielen, vielen Jahren haben wir Grüne das Motto: Kein Kind zurücklassen! Die Sozialdemo­kraten haben das jetzt ein bisschen modifiziert: Kein Kind darf auf der Strecke blei­ben! – Ist uns auch recht, Herr Kollege. Setzen wir es um, machen wir Maßnahmen, machen wir die große Schulreform! Da brauchen wir Sie, da brauchen wir aber na­türlich vor allem auch Sie von der ÖVP. Wir wären jedenfalls gerne mit dabei.

Jetzt aber zum Antrag der NEOS: Ich meine, so ruck zuck geht das bitte nicht! Wir können nicht einem Entschließungsantrag zustimmen, der radikal in die jetzige Rege­lung hineingreift, der überhaupt nicht berücksichtigt, welche Folgewirkungen das hätte. Ich meine, Kollege Rosenkranz hat ja auf einiges schon hingewiesen, ich belasse es einmal beim letzten Punkt: „Schüler-/Elternautonome Tage statt schulautonome Tage.“

Das steht so da, ohne irgendeine weitere Erklärung. Das würde also bedeuten, jeder Schüler kann sich individuell aussuchen, wann er zu Hause bleiben möchte und wann nicht, wahrscheinlich fünf Tage im Jahr. – Ja, nicht wenige werden vielleicht Schular­beitentage dafür vorsehen, um zu Hause zu bleiben. Das, glaube ich, ist kein Schritt, wie wir unser Schulsystem weiterentwickeln. Ich glaube, dazu brauchen wir eine gründ­liche Diskussion.

 


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