Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll49. Sitzung / Seite 40

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Generell die Wirtschaft gegen die Umwelt aufzuwiegen und eine Entweder-oder-Ent­scheidung zu treffen, ist meines Erachtens ein völlig falscher Ansatz. Im Schulter­schluss zwischen Wirtschaft und Umwelt liegt die Möglichkeit einer Wende. Und wir wissen, dass sehr, sehr viele Unternehmen bereits erkannt haben, dass der effiziente Umgang ein durchaus positiver ist und dass da auch ein unglaublicher Wettbewerbs­vorteil drinnen verborgen sein kann. Also der Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Umwelt wird die Herausforderung der nächsten Monate und der nächsten Jahre sein.

Ebenso Green Jobs. Es werden als Resultat des Zusammenschlusses zwischen Wirt­schaft und Umwelt gerne die Green Jobs angeführt. Da gibt es jetzt einen neuen Er­folg. 2012 waren es 173 702 – ein neuer Rekord! Und bis zum Ende der Legislaturperi­ode sollen es laut neuen Hochrechnungen ungefähr 200 000 sein. Green Jobs sind et­was Gutes. Was ich mir ein bisschen mehr auch in näherer Zukunft anschauen werde, ist die genaue Definition. Wir haben hier ein bisschen recherchiert, und da bekommen wir sehr, sehr unterschiedliche Meldungen. Green Jobs sind die Zukunft, aber dies darf sich nicht damit begnügen, dass es die Verkäuferin ist, die einfach die Bio-Joghurts ins Regal räumt.

Ein ganz wichtiges Thema bei diesem Schulterschluss von Wirtschaft und Umwelt ist meines Erachtens auch die Förderung von Forschung und Innovation gerade auch im Bereich Ressourcen und Energieeffizienz. Heute wurde sehr oft China erwähnt. China ist, was zum Beispiel die Forschung zum Thema Elektromobilität betrifft, viel, viel wei­ter als wir. Wir sprechen zwar ständig davon, dass wir diese Elektromobilität weiter for­cieren wollen, aber wir schaffen es nicht einmal, dafür flächendeckend ein Tankstellen­netz aufzubereiten. Also das wird die Herausforderung der nächsten Wochen, Monate, Jahre, sein.

Zum Abschluss möchte ich noch gerne ein Zukunftsszenario ansprechen. Wir spre­chen hier über den Schulterschluss von Umwelt und Wirtschaft. Wer weiß, wie lange wir darüber noch reden können. Falls TTIP umgesetzt wird, werden wir hier nicht mehr sehr viel reden können.

Ich darf Ihnen ein paar Szenarien herauspicken. Das wird nämlich dazu führen, dass die Exporte fossiler Energierohstoffe aus den USA in die EU ausgedehnt werden. Es wird die Abhängigkeit der EU von den Importen aus den USA erhöht werden. Die Mög­lichkeit der Regierung, Energiepolitik zu gestalten, wird mit TTIP beschnitten. Lokale Programme zur Förderung von erneuerbarer Energie werden eingeschränkt.

Also: Der Schulterschluss von Wirtschaft und Umwelt muss die Herausforderung sein. Das heißt für die Regierung, dafür passende Rahmenbedingungen ambitioniert zu för­dern. – Danke schön. (Beifall beim Team Stronach.)

10.27


Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter Pock, Sie sind als Nächster zu Wort ge­meldet. Ich erteile es Ihnen.

 


10.27.36

Abgeordneter Michael Pock (NEOS): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Zuseherinnen und Zuse­her! Ich möchte vorab eine Replik auf das Gesagte geben, nämlich in zwei Bereichen. Zunächst zum Bereich der Industriepolitik. Für uns NEOS ist ein klares Ziel, die Indus­triequote zu erhöhen. Als Unterkante sehen wir hier eher die 30 als die 20 Prozent. Die Reindustrialisierung ist kein Problem, und zwar aus einem ganz banalen Grund: Die Industrie wird da oder dort den Standort eröffnen. Und ich denke, es ist im Sinne der Umwelt, dass bei hohen Umweltstandards Industriebetriebe in Österreich eröffnen an­statt zum Beispiel in Fernost. Das ist ein klassisches Thema, wo wir eine Win-Win-Si­tuation für uns und die Umwelt haben.

 


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