Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll100. Sitzung / Seite 207

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Gesundheitssystem auch weiterhin finanziert wird, auch dieses Thema anschneiden. Eine Wertschöpfungsabgabe darf dann kein Tabuthema sein.

Was wir nicht brauchen – das sage ich auch ganz offen –, ist euer Ansatz, Kollegen von den NEOS, zu sagen, dass es ohnehin nur mehr eine Grundversorgung im Ge­sundheitsbereich geben soll und vermehrte physikalische Leistungen jeder selbst zu be­zahlen hat.

So eine Gesundheitspolitik, meine Damen und Herren, wird es mit uns von der SPÖ si­cherlich nicht geben! (Beifall bei der SPÖ.)

Wir wollen, dass jeder, der einen Kuraufenthalt benötigt, diesen auch bewilligt bekommt, und dass sich niemand in Österreich – aber schon gar niemand – die Frage stellen muss, ob er sich krank sein noch leisten kann. (Beifall bei der SPÖ.)

19.23


Präsident Ing. Norbert Hofer: Als Nächste gelangt Frau Abgeordnete Durchschlag zu Wort. – Bitte.

 


19.23.39

Abgeordnete Claudia Durchschlag (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Frau Bundesministerin! Herr Kollege Loacker, auch wenn Ihre Anfrage in der Beantwortung, ich würde fast sagen, ein Kilo Zahlen mit sich gebracht hat, die – ich weiß nicht – mäßig aussagekräftig sind, danke ich trotzdem für die Anfrage, weil es ein­fach wirklich sehr, sehr wichtiges Thema ist. Sie beziehen sich dabei auf eine Aussage vom früheren Hauptverbandspräsidenten und jetzigen ÖVP-Generalsekretär Peter McDo­nald. Sein Hinterfragen von Kuraufenthalten ist ja leider in der – vielleicht könnte man sagen – typisch österreichischen Art und Weise gleich einmal fehlinterpretiert worden.

Die Debatte, nämlich wie Kuraufenthalte ablaufen, wie ergebnisorientiert sie sind, wie sie wirken können und sollen, war ja dann eigentlich sehr schnell wieder vom Tisch. Die Debatte hat sich nämlich in der Frage erschöpft: Kur: ja oder nein? Wenn man ihm aber genau zugehört hat, dann weiß man, darum ist es ihm nie gegangen. Es ging ihm – und eigentlich sollte es für uns alle ein wichtiges Thema sein, nämlich auch im Interesse der Beitragszahler und der Volksgesundheit – eigentlich um die Weiterent­wicklung und Optimierung der Kur.

Und ich kann Ihnen aus eigener Anschauung sagen, die Kur ist durchaus ein wichtiges Instrument. Sie haben nach Hintergründen gefragt: Ich habe heuer, mit knapp 57 Jah­ren, im Februar das erste Mal in meinem Leben eine Kur absolviert. Meine Diagnosen waren arthrotische Veränderungen beider Kniegelenke, Zustand nach Arthroskopien beid­seits. Es waren zirka 65 Therapieanwendungen, die ich bekommen habe, die mir die Kurärztin verordnet hat. Und es musste – so war die Vorgabe des Versicherungsträ­gers im Rahmen des Pilotprojektes „Gesundheitsvorsorge aktiv“ – der größere Teil da­von aktiv sein.

Das Klischee, die Patientinnen und Patienten kommen in eine Kuranstalt, werden dort gemütlich massiert und gehen dann auch noch in irgendwelche Konditoreien – tun halt alles, was Gott verboten hat –, das hat vielleicht früher einen gewissen Realitätsbezug gehabt. Spätestens seit der Einführung des Selbstbehaltes ist der Wille der Patientin­nen und Patienten, für sich selber aktiv zu sein, doch deutlich gestiegen, das wird auch von den Versicherungsträgern vorausgesetzt. Wenn sie absolut gegen diese Intentio­nen handeln, werden sie von der Kur ausgeschlossen.

Dieses Pilotprojekt „Gesundheitsvorsorge aktiv“ soll nach erfolgter positiver Evaluie­rung auf die anderen Kureinrichtungen und Versicherungsträger ausgedehnt werden. Ich möchte jetzt aber nicht missverstanden werden, ich würde nicht sagen, dass alles eh ganz toll ist und wir alles so lassen sollen, wie es ist. Ich nehme wieder mich als


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