Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll111. Sitzung / Seite 168

HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite

bewertet!, sondern man hat gesagt: Da gibt es eine Altlast, die pragmatisierten Beam­ten! Daher war der Emissionskurs ja schon viel geringer.

Das heißt, mit dem Kauf der Aktie haben die Aktionäre, die sonst Aktien haben oder nicht mehr gekauft haben, die Last der definitiv Gestellten, wenn es überhaupt eine ist, längst ersetzt bekommen. Trotzdem machen sie weiter Druck und fragen das Mana­gement: Na, wie schaut das jetzt aus? Wie kommen wir mit den Kosten herunter? Wo kommen die teuren Beschäftigten her? – Das ist der Grund, warum ein solches System so nicht funktionieren kann.

Mein Aufruf und meine Bitte ist: Gehen wir dieses Problem – ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – nüchtern an! Schauen wir, dass wir die Chancen für die Menschen heben, lange in Beschäftigung bleiben zu können, aber umgekehrt, da wir Systeme haben, bei denen das nicht geht, dass sie nicht permanent wie Aussätzige behandelt werden, dass die Bauarbeiter, die nicht mehr arbeiten können, weil sie schon 30 Jahre auf der Baustelle arbeiten, nicht als Sozialschmarotzer betrachtet oder gar so bezeich­net werden, denn das sind Menschen, die alles gegeben haben! Nehmen wir Rück­sicht darauf! Manche Menschen können nicht mehr weiterarbeiten, und für die brauchen wir eine anständige Form, denn es ist unanständig, diese Menschen quasi wie Aussätzige zu behandeln.

Helfen wir den anderen, die einen Bürojob haben und geistig leistungsfähig sind, dass sie das weiterhin tun können! Man kann beides haben, aber den Anstand und die Würde jener, die nicht mehr arbeiten können, lassen wir.

Auch diese Anfrage betreffend: Die werden durch die BVA geprüft. Ich gehe nicht davon aus, dass dort ein anderer Maßstab angelegt wird als bei den Privaten. Ich kenne genug Fälle, die keine Genehmigung bekommen haben und wo man sich fragt: Wieso eigentlich nicht?, die längst nicht mehr arbeiten können und trotzdem keine Genehmigung bekommen haben. Vielleicht sind dort auch viele darunter, die nicht mehr arbeiten können, weil der Körper nicht mehr mitmacht, und auf die sollten Sie auch Rücksicht nehmen. Es waren gute Postbedienstete, und ich finde es anständig, denen auch danke schön für ihr langes Arbeitsleben zu sagen, selbst wenn es ein bisschen früher endet als das, was sich manche vorstellen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)

15.15


Präsidentin Doris Bures: Frau Abgeordnete Dr. Karl ist als Nächste zu Wort gemel­det. – Bitte.

 


15.15.50

Abgeordnete Mag. Dr. Beatrix Karl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Regierungsmitglieder! Werte Kolleginnen und Kollegen! In meinem früheren Amt als Justizministerin war ich immer wieder damit konfrontiert, dass einzelne Gerichtsent­schei­dungen kritisiert worden sind. Es freut mich daher sehr, dass in der gegenständ­lichen Anfrage die Spruchpraxis des Bundesverwaltungsgerichts in einem positiven Licht dargestellt wird.

Als positiv hervorheben möchte ich auch zwei Anliegen, die in der gegenständlichen Anfrage angesprochen werden, weil ich diese beiden Aspekte nämlich vollinhaltlich teile: die Notwendigkeit der Erhöhung des faktischen Pensionsantrittsalters und dass es auch auf Unternehmensebene wichtig ist, Maßnahmen zu ergreifen, damit die Beschäftigten länger im Erwerbsleben bleiben können.

Wie sich aus der Anfragebeantwortung ergibt, investiert ja etwa die Post jährlich in die Zurverfügungstellung adäquater Betriebsmittel und gleichzeitig in den Ausbau der


HomeSeite 1Vorherige SeiteNächste Seite