Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll132. Sitzung / Seite 63

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Sie haben es bereits dargestellt. Es geht darum, sogenannte ältere Studierende besser zu unterstützen, also Studierende über 27. Das sind – jetzt nur zur Klarstellung – nicht Bummelstudenten, sondern es ist so, dass immer häufiger Leute nicht gleich unmittelbar nach der Matura mit dem Studium beginnen, sondern später. Es geht darum, dass wir da eben auch entsprechend helfen können. Das gilt auch für Leute, die nicht am Studienort wohnen. Außerdem anerkennen wir freiwilliges soziales Engagement in der Anrechnung. Das sind gute und richtige Schritte.

Die Studienförderung ist ein wesentliches Instrument, das hilft, die soziale Durch­mischung an den Universitäten zu verbessern. Da stellen wir Entwicklungen fest, die Schritte über die kleinen, richtigen und wichtigen, die wir heute setzen, hinaus notwendig machen würden, denn die Entwicklung, die wir in den letzten Jahren feststellen, ist, dass der Anteil der Studierenden, die Anspruch auf Studienförderung haben, immer geringer wird und dass der Wert der Studienförderung durch die Inflation immer mehr sinkt.

Das heißt, es ist dringend notwendig, da anzusetzen und Maßnahmen zu setzen, die dazu führen, dass wieder mehr anspruchsberechtigt sind, die die Unterstützung ja auch brauchen, und dass die Unterstützung auch wieder den entsprechenden Wert hat. Das heißt, dass wir in den kommenden Monaten, hoffentlich, Jahren, eine Valorisierung der Studienbeihilfe in Angriff nehmen wollen und in Angriff nehmen müssen. Der Herr Minister hat auch schon Signale in diese Richtung gesetzt, dass er eine derartige Entwicklung auch für notwendig hielte.

Wir haben im Wissenschaftsausschuss, wo diese Maßnahmen, die wir heute be­schließen, auch schon diskutiert worden sind, den Bericht zur sozialen Lage der Studierenden diskutiert und dort vor allem drei Entwicklungen festgestellt, nämlich dass der Anteil der Studierenden, die neben dem Studium berufstätig sind, wächst, dass in Wirklichkeit der überwiegende Anteil der Studierenden bereits berufstätig ist, und zwar in einem Ausmaß – die Hälfte jener, die arbeiten – von über 16 Stunden in der Woche, also in einem Ausmaß, das den Studienfortgang wirklich beeinträchtigt. Außerdem wurde festgestellt, dass die Lebenshaltungskosten für alle, also auch für die Studie­ren­den, immer stärker steigen. Vor allem die Wohnkosten sind ein großes Problem. Wie schon vorhin dargestellt, ergab sich, dass aber die Studienbeihilfe durch die Infla­tion immer mehr an Wert verliert, sodass wir hier dringend eine Wertanpassung brauchen. (Beifall bei der SPÖ.)

Es ist aus unserer Sicht ganz wichtig, in den nächsten Jahren drei Schritte zu setzen. Der erste Schritt, den ich schon ausgeführt habe, ist: Wir brauchen dringend eine Valorisierung der Studienbeihilfe, damit wieder mehr Studierende Studienförderung bekommen, und das in einer entsprechenden Höhe.

Wir müssen weiters Maßnahmen setzen, um die Vereinbarkeit von Studium und Beruf zu erleichtern, um auch da die Auswirkungen auf die Studiendauer wieder ein bisschen in den Griff zu bekommen und unterstützend wirken zu können.

Und wir brauchen wieder Maßnahmen, um das studentische Wohnen leistbarer zu machen. Da müssen wir neue Instrumente entwickeln, um besser unterstützen zu können.

Das heißt, heute setzen wir kleine, wichtige, richtige Schritte in die richtige Richtung. Aber ich möchte betonen, dass wir wissen, dass größere Schritte notwendig sind, und wollen, dass wir diese in absehbarer Zeit auch beschließen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Töchterle.)

10.56


Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Karlsböck. – Bitte.

 


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