Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll183. Sitzung / Seite 122

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kauft ohnehin alles nur im Umkreis von 30 Kilometern – aber eben beim internationalen Großhändler.

(Auf die vor ihm auf dem Rednerpult stehende Tafel weisend:) Das ist ein Schlachthof ganz in der Nähe von Präsidenten Auer, gepachtet von einem steirischen Konzern. In diesem Schlachthof werden mehr als die Hälfte slowakische Kühe geschlachtet; die werden angeliefert. Die Autos der Arbeiter in diesem Haus haben polnische, ungari­sche und tschechische Kennzeichen. Und jetzt kommt der Höhepunkt: Dann wird das Schlachtgut im Schlachthof vom Klassifizierer der Landwirtschaftskammer Oberöster­reich, der von den Zwangsmitgliedsbeiträgen der Bäuerinnen und Bauern bezahlt wird, gestempelt, und der stempelt auf dieses slowakische Rindfleisch AT drauf.

Und weil ohnehin alles so schwer in Ordnung ist und weil die Kennzeichnung ohnehin passt und auf jedem Fleisch dann das richtige Pickerl drauf ist, habe ich mir erlaubt, auch die Fleischkisten zu fotografieren. (Der Redner dreht die Tafel um.) Als Musiker würde ich sagen: ad libitum. Da kannst du dir aussuchen, was drinnen ist, weil so viele Pickerl drauf sind, dass immer das Richtige drinnen ist. Und da kommt dann immer die österreichische Wurst heraus, immer mit dem richtigen AT-Zeichen und mit dem rot-weiß-roten Zeichen.

Das kann nicht dem österreichischen Qualitätstourismus entsprechen, Kolleginnen und Kollegen! Wir wollen unseren heimischen Gästen, wir wollen unseren internationalen Gästen das bieten, womit wir im Prospekt werben: saftige Wiesen, glückliche Rinder, die heile Welt, gute Luft, super Wasserqualität – und das wollen wir auch auf dem Teller haben. Das muss das Ziel sein! Österreich kann da eine Vorreiterrolle überneh­men – europaweit und weltweit.

Das ist eine Riesenchance für den österreichischen Tourismus, das ist eine Riesen­chance für die heimische Landwirtschaft, das ist eine Riesenchance für die heimischen Verarbeitungsbetriebe. Da geht es um Tausende heimische Arbeitsplätze, da geht es um Tausende Bürgerinnen und Bürger, die kein Auto für das Auspendeln brauchen, weil sie regional vor Ort arbeiten können, die nicht von den Familien getrennt werden, weil sie nicht ihre Zeit auf dem Weg zur Arbeit verbringen müssen. – Eine Riesen­chance, ergreifen wir sie!

Ich bringe daher die folgenden vier Entschließungsanträge ein, in aller Kürze; beim ersten Antrag geht es um eine ganz tolle Initiative von Fritz Jeitler, hier eingebracht im Petitionsausschuss:

Entschließungsantrag

der Abgeordneten Leopold Steinbichler, Kolleginnen und Kollegen betreffend „Faire Lebensmittel haben große Bedeutung für heimische Kulinarik“

Der Nationalrat wolle beschließen:

Die Bundesregierung wird aufgefordert, alle erforderlichen Maßnahmen zu veranlas­sen, damit eine klare Herkunftskennzeichnung auf Lebensmitteln im Sinne der Bürger­initiative 80/BI umgesetzt wird.

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Der zweite Entschließungsantrag – und das ist ein entscheidendes Thema: steuern mit Steuern – betrifft die Palmöl- und Palmfettsteuer. Das ist doch ganz entscheidend. Wir substituieren heimische gesunde Fette. Kollege Vogl ist leider nicht im Haus, aber er glaubt, es gibt nur Palm- und Kokosfett. – Nein, wir sind hier im Alpengebiet! Wir haben


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