Nationalrat, XXV.GPStenographisches Protokoll199. Sitzung / Seite 323

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findet sich mittlerweile in einer enormen Breite in unseren Lebensmitteln, in unseren Genussmitteln, in vielen anderen Produkten bis hin zu Kosmetikprodukten.

Das hat ausgelöst, dass viele heimische Fette wie das Milchfett und so weiter immer stärker aus dem Markt gedrängt wurden und dass die weltweiten Anbauflächen von Palmöl enorm gewachsen sind – und das in ökologisch oftmals katastrophalen Formen und unter dramatischen sozialen Bedingungen für jene, die die Arbeit vor Ort verrichten haben müssen und noch immer verrichten müssen. (Präsident Hofer übernimmt den Vorsitz.)

Verschärfend kommt noch dazu, dass es immer mehr Meldungen gibt, dass es auch gesundheitliche Risiken mit sich bringt, dass im Palmöl immer wieder bedenkliche Inhaltsstoffe nachgewiesen werden und zu finden sind.

Das alles hat natürlich auch auf dem Markt unheimlich viel verändert. Es war auch für unsere produzierenden Landwirte, vor allem für jene, die in diesem Marktsegment seit vielen Jahren, Jahrzehnten, zu Hause waren, oft schon eine dramatische Situation, aus diesem Markt gedrängt zu werden. Diese Dichte an Meldungen hat uns dann auch wirklich im Ausschuss zusammenfinden lassen, aufgebaut auf einem Antrag der Kollegin Brunner, hier einen gemeinsamen Allparteienentschließungsantrag einzubrin­gen, bei dem es im Wesentlichen darum geht, die Arbeit in Zukunft auf zwei Ebenen zu verschärfen. Das eine ist die nationale Ebene, es ist eine nationale Strategie um­zusetzen, damit eben die Produkte, die Palmöl beinhalten, palmölfrei werden. Das ist zunächst einmal das Wesentlichste, dass sämtliche andere Möglichkeiten, um Gesund­heitsrisiken einzudämmen, ergriffen werden, und dass auch in Österreich in Futtermit­teln in Zukunft kein Palmöl eingesetzt werden darf. Weiters sollen natürlich auch auf europäischer Ebene, vor allem was die Gesundheitsrisiken betrifft, endlich Normen umgesetzt und Grenzwerte eingeführt werden, die als unbedenklich einzustufen sind.

Darüber hinaus bin ich davon überzeugt, dass es in Zukunft nur gelingen kann, auf einem freien Markt fair mitmischen zu können, wenn es auch unter fairen Rahmen­bedingungen abläuft. Was wir hier beim Palmöl oder auch bei vielen anderen Pro­dukten, die unter diesen Umständen erzeugt werden, immer wieder erleben müs­sen, ist, dass diese weder nach Sozial- noch nach Umweltstandards produziert werden, dann billig auf die heimischen Märkte drängen und unsere qualitativ hochwertigen Produkte ablösen und aus dem Markt verdrängen. Das kann in Zukunft nicht sein, daher bin ich überzeugt davon, dass es in Zukunft auch für dieses Produkt nur über den Zertifizierungsweg eine Partnerschaft mit der Industrie geben kann. Darauf werden wir schauen, darauf werden wir drängen, um den heimischen Produkten in Zukunft wirklich eine Chance zu geben. (Beifall bei der ÖVP.)

1.02


Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt nun Herr Abgeordneter Buchmayr. – Bitte.

 


1.02.34

Abgeordneter Harry Buchmayr (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Der einstimmige Beschluss im Umweltausschuss zum Thema „Palmöl – billiges Fett mit teuren Folgen“ ist sehr erfreulich. Palmöl ist zu Recht in Verruf geraten, so steht es stark im Verdacht, an der Entstehung von Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes beteiligt zu sein. Grund dafür ist die Entstehung von Glycidyl-Fettsäureester beim Erhitzen über 200 Grad Celsius beziehungsweise der hohe Gehalt an gesättigten Fettsäuren. Folgen davon sind die Bildung von Tumoren beziehungsweise eine Verschlechterung der Blutfettwerte. Dadurch steigt das Risiko für Gefäßverkalkungen und Diabetes.

 


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