Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll1. Sitzung / Seite 35

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flexartig ab, nur weil sie von der falschen Partei kommen. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Liste Pilz.)

Ganz selbstverständlich sollte sein, dass wir einander mit Anstand begegnen. Das gilt nicht nur für den Umgang zwischen Männern und Frauen, sondern für den Umgang miteinander ganz allgemein. Das mag nun etwas gouvernantenhaft klingen – als äl­teste Abgeordnete steht mir das aber wohl zu. (Heiterkeit bei den NEOS.) Der richtige Umgang miteinander war immer ein Thema, und gerade nach diesem Wahlkampf und auch den Ereignissen der letzten Zeit ist das aktueller denn je.

Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und Anstand werden nicht nur das Ansehen des Par­laments erhöhen und das Vertrauen in die Demokratie stärken. Dieses, so könnte man es nennen, Triple A des Parlaments wird auch ganz entscheidend zum Erfolg der parlamentarischen Arbeit im Sinne einer Politik beitragen, die von Verständnis und Vernunft geprägt ist, die ihrer Verantwortung gerecht wird und die Vertrauen schafft. Ich glaube, wir sollten uns überlegen, ob wir uns nicht Regeln geben, die wir in einem Verhaltenskodex, einem Good Governance Code, festhalten. Ich glaube, dass damit das Ansehen des Parlaments und auch unsere Arbeit gestärkt würden.

In diesem Sinne darf ich uns allen mit einem steirischen Glückauf alles Gute für die gemeinsame Arbeit wünschen. – Danke. (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordne­ten von ÖVP, SPÖ, FPÖ und Liste Pilz.)

11.40


Präsidentin Doris Bures: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Ste­phanie Cox. – Bitte.

 


11.40.39

Abgeordnete Stephanie Cox, BA (PILZ): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bun­despräsident! Hohes Haus! Werte Abgeordnete! Sehr geehrte BürgerInnen der Repu­blik! 29. Juni 2016, 17 Uhr: Ich stand im Wiener Museumsquartier und war unglaublich erstaunt und erleichtert, da wir nämlich nach nur viermonatiger Vorbereitung die erste Berufsmesse für geflüchtete Menschen aus dem Boden gestampft hatten. Es waren über 80 Unternehmen und mehr als 3 500 Geflüchtete mit positivem Asylbescheid ins Museumsquartier gekommen, und wir konnten dort mehr als 100 Jobs schaffen. Das sind Menschen, die jetzt Steuern zahlen. Das sind Menschen, die sich somit noch mehr mit unserer Kultur konfrontieren und die dadurch eigenständig sind. Nur so kann Integration funktionieren!

Was hat mich aber dazu gebracht, dass ich eine solche Initiative starte, dass ich so etwas gründe? – Politikverdrossenheit: Ich hatte es satt, nur über Integration zu disku­tieren und nicht wirklich von Lösungen zu sprechen; also musste ich selber anpacken. Gesagt, getan, und ich war erstaunt, wie viele Menschen mitangepackt haben. Die Kraft des gesellschaftlichen Engagements ist erstaunlich, wenn man die richtigen Rah­menbedingungen dafür bietet.

Ich als Sozialunternehmerin, ich als Gründerin, als Mensch, als junge Frau stehe nun hier. Und ja, es ist auch die Politikverdrossenheit, die mich hierher bringt, weil ich mit­anpacken möchte. Deswegen bin ich vor vier Monaten gefragt worden und deswegen stehe ich auch hier, um mitanzupacken. Ich habe mich zwar immer für gesellschafts­relevante Themen interessiert und engagiert, mein Zugang dazu war aber immer ein pragmatischer: Probleme erkennen, eine Lösung finden und diese umsetzen.

Meine eigene Politikverdrossenheit habe ich schon erwähnt; und es gab Zuspruch von vielen, vielen Menschen, die gesagt haben: Okay, geh in die Politik! Wir brauchen Men­schen, die anpacken wollen. – Und Chancen:reich ist nur ein Beispiel dafür.

Heute wählen wir eine neue Nationalratspräsidentin oder einen neuen Nationalratsprä­sidenten. Als Vorsitzende des Parlaments sorgt der oder die zukünftige Nationalrats-


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