Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll1. Sitzung / Seite 41

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Herr Kollege Strasser, schreibe ich normalerweise selbst. Ich weiß nicht, wer Ihre Re­den schreibt, und es ist mir eigentlich auch egal.

Ich glaube, was Sie nicht verstanden haben, ist, dass Sie dieses Amt durch diesen komischen Postenschacher, durch diese komische Art und Weise von Verschubbahn­hof beschädigen und wir noch nicht einmal wissen, ob Frau Kollegin Köstinger dieses Amt überhaupt dauerhaft ausüben will. Das halte ich für eine Zumutung dem Parlament gegenüber, was zeigt, wie die neue ÖVP mit dem Parlament umgeht, was zeigt, dass Ihnen der Parlamentarismus egal ist, weil Sie null Respekt vor diesem Hohen Haus ha­ben. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)

Den Usancen des Hauses entsprechend steht natürlich das Amt des Nationalratspräsi­denten der stimmenstärksten Fraktion zu, und diesen Usancen folgend werde ich heu­te selbstverständlich einen Abgeordneten der ÖVP zum Nationalratspräsidenten wäh­len, und zwar einen Abgeordneten, von dem ich weiß, dass er als Parlamentspräsident selbstbewusst auftreten wird, dass er selbstbewusst auf Augenhöhe gegenüber der Bundesregierung agieren wird, von dem ich weiß, dass er die wichtige Überparteilich­keit für dieses Amt mitbringt. (Zwischenruf des Abg. Strache.) – Bitte, Herr Kollege Strache? (Abg. Strache: Einer jungen Frau dieses Amt nicht zuzutrauen - -!) Herr Kol­lege Strache, wenn Sie mir gerade Frauenverachtung vorwerfen, dann haben Sie wirk­lich ein ganz grundlegendes Problem mit dem Verständnis dafür, was ich Ihnen gerade gesagt habe. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.) Es geht in keinster Art und Weise darum, dass Frau Kollegin Köstinger eine Frau ist. Ich verbitte mir solche Unterstellun­gen Ihrerseits!

Ich werde heute für das Amt des Nationalratspräsidenten Karlheinz Kopf wählen, weil ich glaube, dass er die angesprochene Überparteilichkeit mitbringt, und ich hoffe, dass viele andere selbstbewusste Parlamentarier das heute auch machen werden. (Beifall bei den NEOS.)

12.03


Präsidentin Doris Bures: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Da­niela Holzinger-Vogtenhuber. – Bitte.

 


12.03.46

Abgeordnete Daniela Holzinger-Vogtenhuber, BA (PILZ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Verehrte Abgeordnetenkollegin­nen und -kollegen! Sehr geehrter Herr Bundespräsident und liebe Gäste auf der Gale­rie! Liebe ZuseherInnen vor den Bildschirmen zu Hause! Ja, da sind wir, die freien Ab­geordneten der Liste Pilz, „und darüber freuen wir uns sehr. [...] Es freuen sich nicht alle mit uns, aber das kann ja noch werden.“ – So ähnlich hat Kollege Strolz damals, zu Beginn der vergangenen Gesetzgebungsperiode, den Einzug seiner Liste hier in die­ses Haus kommentiert. Heute, lieber Matthias, kann ich nachempfinden, was du da­mals gemeint hast!

Es ist tatsächlich ein unbeschreibliches Gefühl, das einen packt und auch stolz macht, wenn man gemeinsam mit engagierten und wirklich hervorragenden Kolleginnen und Kollegen in den Nationalrat einziehen darf, wenn man von der Bevölkerung den Auftrag erhält, gemeinsam für möglicherweise fünf Jahre im Dienst der Menschen dieses wun­derbaren Landes tätig zu sein. Umso mehr freut es mich, dass uns diese Möglichkeit überhaupt geschenkt und gegeben wurde, denn es wurde uns nicht leicht gemacht in den vergangenen Wochen und Monaten.

Am Beginn eines der härtesten Wahlkämpfe in der Zweiten Republik, so wie ich es vernommen habe, begonnen mit Dirty Campaigning und Anschüttungen der übelsten Sorte, hat sich ein kleiner Kreis von Idealisten zusammengetan – ein Kreis von Idealis­ten, der gesagt hat: Wir starten einen gemeinsamen Versuch, nämlich den Versuch,


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