Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll9. Sitzung / Seite 68

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schen, denn Österreich kann es sich nicht leisten, auf das Potenzial und die Talente unserer jungen Menschen zu verzichten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Liste Pilz.)

Herr Bundesminister, bitte nehmen Sie die soziale Frage wirklich, wirklich ernst! Schauen Sie genau hin, darum bitte ich Sie wirklich!

Ich bitte Sie auch: Sie sind das erste Mal in der Lage, einen gesamten Entwick­lungsplan, eine gesamte Strategie für den tertiären Raum machen zu können. Alle Hochschultypen sind in Ihrem Ressort, die Pädagogischen Hochschulen genauso wie die Universitäten, die Fachhochschulen, die Privatuniversitäten. Sie sind jetzt in der Lage, einen gesamttertiären Strategieplan und ein Maßnahmenpaket zu entwickeln und auch entsprechend steuern zu können, auch mit den Studienplätzen, denn wenn Sie diese an den Universitäten reduzieren, müssen Sie sie an den Fachhochschulen hochschrauben. Sie haben schon gesagt, Sie werden das tun, aber das eine ist ein Bekenntnis, das andere ist ein in Zahlen gegossenes strategisches Werk, das ich mir von Ihnen auch wünschen würde.

Herr Bundesminister, bitte handeln Sie! (Beifall bei SPÖ und Liste Pilz.)

11.33


Präsidentin Doris Bures: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Dr.in Maria Theresia Niss. – Bitte.

 


11.33.41

Abgeordnete Dr. Maria Theresia Niss, MBA (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Werte ZuseherInnen auf der Galerie und vor den Fernsehge­räten! Wer mich kennt, weiß, dass ich eine Befürworterin von Begriffen wie Effizienz, Exzellenz und Transparenz bin, dass ich eine Befürworterin von Begriffen wie Verant­wortung, Wettbewerb und Innovation bin. Genau diese Begriffe prägen die Novelle zum Universitätsgesetz, und auch deshalb ist diese für mich eine sehr gute.

Jetzt könnte man meinen, dass die Universitäten in Österreich eigentlich nicht so schlecht sind, nicht in den Toprankings, aber immerhin ist die Arbeitslosenquote von Universitätsabsolventen mit 3,6 Prozent doch relativ weit unter der generellen Arbeits­losenquote von 7,6 Prozent. Wir müssen uns aber schon fragen, in welchen Zeiten wir uns befinden. Wir befinden uns in Zeiten, in denen wir zwar einerseits in die Zukunft in­vestieren wollen, aber auch den nächsten Generationen gegenüber eine Verantwor­tung haben. Wir müssen sparen und den Schuldenrucksack abbauen.

In diesem Zusammenhang müssen wir uns fragen, ob die Mittel im Universitätsbereich bisher effizient eingesetzt wurden. Und das wage ich ehrlich gesagt zu bezweifeln. Ich frage mich – das wurde heute auch schon angesprochen –: Was ist eigentlich die Auf­gabe der Universitäten? – Das haben wir heute auch schon gehört, viele sind hier der gleichen Meinung: Das ist einerseits die Grundlagenforschung, Forschung, die Antwor­ten auf gesellschaftliche Probleme sucht und hoffentlich auch findet, und eine For­schung, die Innovationen hervorbringt, die zur Marktreife geführt werden können, denn dort liegen die zukünftigen Arbeitsplätze. Ich freue mich daher, dass die zusätzlichen Mittel, die den Universitäten zur Verfügung gestellt werden, die zusätzlichen 500 Pro­fessuren, natürlich auch den Forschungsbereich entscheidend stärken werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)

Durch die Einteilung in die drei Säulen Lehre, Forschung und Infrastruktur und die da­mit geschaffene Transparenz müssen wir nun aber auch dafür sorgen, dass das Geld auch tatsächlich in der Forschung ankommt, denn ich glaube, da haben wir Verbesse­rungspotenzial.

Die zweite Aufgabe der Universitäten ist, zu lehren. Gerade in Bereichen wie Informatik fehlen uns heutzutage schon 10 000 Arbeitskräfte, das heißt, die Arbeitsplätze sind da,


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