Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll11. Sitzung / Seite 45

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Als Kärntnerin ist es mir besonders wichtig, der Abwanderung junger Menschen ent­gegenzuwirken. Für viele Jungfamilien ist das schulische Angebot mittlerweile eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die Wahl ihres Wohnsitzes. Fehlen diese Ange­bote, zieht es junge Familien mit ihrem Nachwuchs in die Ballungsräume, mit nach­teiligen wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen für die Randregionen. Bildungs­vielfalt und Wahlfreiheit stehen nicht nur den Menschen in den Ballungsräumen zu.

Wahlfreiheit steht auch Eltern von Kindern mit sonderpädagogischem Bedarf zu, und die Kinder sollen entsprechend ihren oft sehr spezifischen Bedürfnissen die best­mögliche Förderung und Betreuung erhalten. Eltern sollen dabei wählen können im Interesse ihres Kindes. Für ein Kind kann die Inklusion die beste Betreuung sein, für ein anderes Kind kann aber genauso gut oder sogar noch besser eine Sonderschule die Basis für die erforderlichen Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Wichtig ist am Ende des Tages, dass die betroffenen Kinder die bestmögliche Betreuung entsprechend ihren jeweiligen Bedürfnissen erhalten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)

Nur die Sonderschule abzuschaffen und die Kinder in die Inklusion zu zwingen kann nicht der richtige Weg sein!

Mit besonderen Herausforderungen sind Eltern chronisch kranker Kinder konfrontiert. Meistens sind die Betreuungseinrichtungen nicht ausreichend auf eine angemessene Betreuung vorbereitet. Je nach Krankheit bedarf es unterschiedlicher Unterstützung. Hier gilt es, flexible Lösungsvorschläge mit den betroffenen Personen vor Ort auszu­arbeiten.

Wir sind in Österreich stolz auf unser differenziertes Schulsystem, das den unter­schiedlichen Talenten und Interessen der Kinder gerecht wird und versucht, auf der Höhe der Zeit zu sein. Die Vermittlung digitaler Kompetenzen ist aktuell die Hauptfor­derung, um die Zukunftstauglichkeit unserer Kinder zu gewährleisten, aber digitale Bildung kann nicht heißen, jedem Kind ein Handy oder einen Laptop in die Hand zu geben und zu glauben, damit die Schuldigkeit in Sachen digitaler Kompetenz getan zu haben.

Die digitale Welt ist voller Chancen für unsere Kids, keine Frage, aber sie birgt auch Herausforderungen und Gefahren. Vor diesen Gefahren müssen unsere Kinder und Jugendlichen geschützt werden, indem wir sie aktiv – ich betone: aktiv! – bei der Nutzung neuer Medien und beim Erkennen von Gefahren begleiten. Verbote, meine Damen und Herren, werden uns da nicht weiterbringen. Kinder müssen einen verant­wortungsvollen Umgang mit der Onlinewelt Schritt für Schritt erlernen. Eine moderne Medienerziehung in der Schule ist dafür notwendig, aber genauso sehr braucht es die Eigenverantwortung von Eltern und Kindern. Es muss allen Verantwortlichen bewusst sein, was es bedeutet, einem Kind oder einem Jugendlichen ein Handy in die Hand zu geben.

Meine Damen und Herren! Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, ein Kind an der Hand zu nehmen und über die Straße zu begleiten, bis es den Weg sicher allein schafft. Bei der Medienerziehung machen wir es aber nicht, und da, meine Damen und Herren, sind wir alle gefordert. (Beifall bei der ÖVP.)

11.18


Präsidentin Doris Bures: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mario Lindner. – Bitte.

 


11.18.58

Abgeordneter Mario Lindner (SPÖ): Hochgeschätzte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich spreche zur Bürgerinitiative „Ehe Gleich!“. Ich muss


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