Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir haben in den letzten Sitzungen des Gesundheitsausschusses schon einige vernünftige Ansätze diskutiert. Herr Kollege Loacker, der hier sitzt: Es ist nicht zum Verzweifeln, wir sind auf einem guten Weg! Sie haben auch einige wirklich gute und innovative Anträge eingebracht, einige davon waren ihrer Zeit noch etwas voraus, aber geben Sie die Hoffnung nicht auf! Auch Herr Kollege Kucher hat in der Diskussion sehr vernünftige Ansätze gehabt, was die Stärkung des niedergelassenen Bereichs und auch der öffentlichen Apotheken anbelangt; dafür möchte ich mich an dieser Stelle auch bedanken. (Zwischenruf des Abg. Noll.)
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen hier im Hohen Haus, lassen Sie uns doch gemeinsam die notwendigen Gesundheitsreformen im Sinne aller Österreicherinnen und Österreicher umsetzen, damit unser Gesundheitssystem auch in Zukunft eines der besten der Welt bleibt! – Vielen Dank. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
15.14
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Vogl. – Bitte.
Abgeordneter Ing. Markus Vogl (SPÖ): Da hier inzwischen des Öfteren die Studie der London School of Economics zitiert worden ist, ist es, glaube ich, auch unbestritten, dass drinnen steht, dass wir eines der Gesundheitssysteme mit den niedrigsten Verwaltungskosten in ganz Europa haben. Ich denke, auch das sollten wir einmal außer Streit stellen.
Das zweite Thema ist natürlich: Wenn man
hier ein Referat zitiert, das 30 Jahre alt
ist, und sich sozusagen auf das damalige moderne Gesundheitswesen beruft, ist
die Frage, wie aktuell das Ganze noch ist. (Zwischenbemerkung von
Bundesministe-
rin Hartinger-Klein.)
Das Thema gesunde Lebensmittel spielt im Bereich der Gesundheit natürlich eine wichtige Rolle, und ich habe gestern schon einmal darauf hingewiesen, dass wir mit der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit eine Institution haben, die uns sozusagen dabei unterstützt, gesunde Lebensmittel zur Verfügung zu stellen. Ich mache mir in diesem Zusammenhang einfach Gedanken, wenn wir feststellen müssen, dass der Ages durch die Fortschreibung des Budgets im Jahr 2022 bereits 7,5 Millionen Euro fehlen werden, noch dazu, weil dadurch, dass die Apothekerabgabe nicht wie ursprünglich geplant bis 2023 verlängert wurde, sondern nur bis 2019, zusätzliche 3,5 Millionen Euro für die Ages fehlen – und das, obwohl sie zusätzliche Aufgaben bekommt.
Nun ist die Übernahme der Aufgaben hinsichtlich Tabakkontrolle wahrscheinlich noch die geringste Sorge, denn wir erleben in Europa gerade eine Diskussion über Gentechnik: Frankreich versucht, gewisse Züchtungsverfahren – wir reden hier von 30 modernen Züchtungsverfahren – aus dem Gentechnikregime herauszunehmen. Ich denke mir, wenn man sich das vorstellt, dann weiß man, was auch da in Zukunft an Kontrollaufgaben auf die Ages zukommen wird.
Sie haben es angesprochen, Frau Ministerin: Antibiotikaresistenzen sind ein Thema, mit dem wir uns wirklich auseinandersetzen sollten. Ich denke, da braucht es auch von Ihnen sehr viel Engagement, weil, wie Sie es richtig angesprochen haben, nur ein Teil dieses Problems bei Ihnen liegt. Ein großer Teil der Antibiotikaresistenzen resultiert aus der Landwirtschaft. Das heißt, die Frage lautet diesbezüglich auch, wie Sie gemeinsam mit der Landwirtschaft etwas erreichen können, denn das, was aus diesem Bereich in Abwässern schon derzeit nachweisbar ist, ist besorgniserregend. (Beifall bei der SPÖ.)
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