Die Quelle ist ganz entscheidend für die Bewertung einer Information. Das gilt in einem Maß, in dem es noch nie zuvor gegolten hat, für all die Informationen, die wir heute durch das Internet erreichen und die auf uns einströmen. Ich brauche daher bei den Kindern, bei den jungen Leuten und bei jedem von uns auch die Fähigkeit, damit umgehen zu können, das zu hinterfragen.
Das muss sich in der Zentralmatura abbilden, die ein wichtiges Steuerungsinstrument ist. Es muss Prüfungen geben, die den tatsächlichen Lebensverhältnissen entsprechen. Das heißt, ich muss einen Laptop verwenden dürfen; eine sogenannte Open Book Examination, das ist nicht so neu und nicht so modern. Ich habe vor 40 Jahren in Amerika studiert, und dort hatten wir auch Open Book Exams, wo wir eben mit den Informationen, die zugänglich waren, Fälle lösen mussten, was viel anspruchsvoller ist als nur Wissen abzuprüfen. (Beifall bei den NEOS.)
Das heißt, es liegen große Chancen in der Zentralmatura. Ich hoffe sehr – und ich bin ein optimistischer Mensch –, dass diese Chancen genützt werden. – Danke. (Beifall bei den NEOS.)
16.41
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordnete Kuss- Bergner. – Bitte.
Abgeordnete Angelika Kuss-Bergner, BEd (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Werter Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuseherinnen und Zuseher! Herr Dr. Strolz, ich bitte kurz um Ihre Aufmerksamkeit: Ich habe Ihren Antrag sehr genau gelesen, eines hat mich ein bisschen verwundert, und zwar: Punkt 5, 6, 7, 8 und 9 in Ihrem Antrag sind, bitte, zu finden im Bildungsreformgesetz 2017, §§ 5 und 6, Bildungsdirektionen-Einrichtungsgesetz. Wir haben das dort schon verankert.
Ich möchte hier heute drei Themen, drei Punkte zur Zentralmatura nennen. Der erste ist aus Sicht der Mutter einer Tochter, die gerade mitten in der Matura steckt – ich darf ihr von hier aus alles Gute wünschen, auch ihren Mitschülerinnen und Mitschülern –; nächste Woche ist die mündliche Matura. (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie des Abg. Strolz.)
Ich habe sie natürlich um ihre Meinung gefragt, um ihre Meinung gebeten: Was sagst du zur Zentralmatura? – Ich war überrascht: Sie war nämlich sehr positiv eingestellt. Sie hat mir gesagt, sie findet es ausgesprochen gut, dass es österreichweit eine einheitliche Aufgabenstellung gibt, von Vorarlberg bis zum Burgenland, von Wien bis Kärnten dieselbe Aufgabenstellung. Verwundert war sie aber schon über eines: Die Durchführung war unterschiedlich. Es gab Schulen, an denen in Mathematik keine höheren technischen Hilfsmittel verwendet wurden, sondern nur der Taschenrechner. Es gab also Schulen – weil hier das Open Book Testing angeführt worden ist –, da wurde die Mathematikmatura mit dem Computer gemacht, es gab Schulen, an denen das GeoGebra-System verwendet wurde, und es gab Schulen, an denen es nicht verwendet wurde. Die Deutschmatura wurde an manchen Schulen handschriftlich abgelegt, und an manchen Schulen wurde die Matura am Computer geschrieben, mit einem Rechtschreibprogramm.
Meine Damen und Herren! Ich denke, da sollten wir nachdenken, unter welchen Voraussetzungen unsere Schülerinnen und Schüler maturieren, denn es sollten österreichweit dieselben Voraussetzungen gelten.
Wir sprechen immer wieder davon, den individuellen Bedürfnissen unserer Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden. Unsere Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit der Auswahl der Gegenstände, in denen sie maturieren, mündlich oder
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