Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll28. Sitzung, 13. Juni 2018 / Seite 150

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zeugnis wird sich nur durch das Datum von einem anderen unterscheiden! Verzagen Sie nicht!

Die entscheidende Frage, denke ich, ist – und das wird die Gretchenfrage sein –, dass wir bei diesem hochdifferenzierten Schulwesen, wie wir es haben und auf das wir stolz sein können, weil wir auf die Talente, Neigungen und Interessen unserer Schülerinnen und Schüler eingehen können und ihnen ein Angebot machen, zentralisierte Frage­stellungen finden, die das alles abdecken. Das Problem liegt eigentlich im Detail der technischen Umsetzung. Hätten wir den Bewertungsschlüssel oder einzelne Fragestel­lungen etwas anders formuliert, wer weiß, ob wir diese Dringliche Anfrage hier auf dem Tisch hätten.

Die vorgesehene Evaluierung und Analyse wird, so wie sie angeregt wird, durch­ge­führt. Ich lege auch Wert auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung und auf keine großen Änderungen. Man sollte aufgrund der Ergebnisse das Kind jetzt nicht mit dem Bade ausschütten.

Die Ergebnisse, die in die Schulentwicklung eingebunden sein sollen: Das wird auch im Sinne der Einsetzung der Bildungsdirektionen, des Bildungsreformgesetzes 2017 ge­sche­hen, da werden diese Ergebnisse auch sicherlich in die weitere Entwicklung der zentralisierten Reife- und Diplomprüfung Eingang finden. Man muss die Daten natürlich auch den einzelnen Schulen zur Verfügung stellen. Sie stehen zum Teil schon zur Verfügung, und man kann sich auch in der Landschaft wiederfinden und feststellen, wo man entsprechend liegt.

Ich würde in der weiteren Entwicklung der zentralisierten Reife- und Diplomprüfung vielleicht als einen spannenden Aspekt noch einbringen, dass das Ergebnis zumindest der zentralisierten Fächer nicht nur das grundsätzliche Startticket für den tertiären Bildungsbereich ist, sondern dass wir ein Element eines Bonustickets hineinbrächten. Das würde eine unglaubliche Motivation in das sekundäre Schulwesen bringen und würde diejenigen, die ein gutes Ergebnis einfahren, auch entsprechend belohnen, zumal wir in dieses Prüfungsformat insgesamt auch sehr viel Geld hineinstecken und die tertiären Bildungsreinrichtungen dann wiederum ihre Aufnahmeverfahren haben, bei denen auch grundlegende Kompetenzen abgeprüft werden.

In diesem Sinn danke ich noch einmal für die Diskussion und bitte auch um ent­sprechende Zustimmung zu dem Entschließungsantrag unserer Fraktion. – Danke. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)

16.59


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Strolz. – Bitte.


16.59.31

Abgeordneter Mag. Dr. Matthias Strolz (NEOS): Herr Präsident! Herr Minister! Frau Ministerin! Sie inspirieren mich immer, wenn ich Sie sehe. (Bundesministerin Hartinger-Klein: Ja, ja!) Keine Angst, ich bin hier der Schlussposten für diese Dis­kussion. Niki Scherak hat gerade gesagt, es ist ja fast unerträglich konstruktiv. Ja, es ist ungewöhnlich, hier so eine Sachdebatte zu führen. (Beifall bei NEOS und ÖVP.) Ich weiß, es wird sicher auch die Stimmen geben, die sagen: Das ist ja viel zu wenig scharf für die Opposition, da muss man doch einihaun! – das gehört auch dazu, stimmt’s, Frau Ministerin? –, aber ich glaube, man muss nicht immer nur einihaun.

Ich möchte Ihnen abschließend zu dieser Debatte einen Wunsch, einen Traum für das Parlament mitgeben, Herr Minister. Meine Sehnsucht als Bürger ist ja die nach einem echten Arbeitsparlament, und ich höre im Austausch mit Kolleginnen und Kollegen zum Be7ispiel in Skandinavien, mit Parlamentariern und Parlamentarierinnen in Benelux,


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