Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll55. Sitzung, 12. und 13. Dezember 2018 / Seite 91

HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite

tern, LehrerInnen und SchülerInnen in den ersten drei Volksschuljahren selbst ent­scheiden können, welche Notengebung sie haben wollen. – Das zu den Ziffernnoten.

Zweitens, die zwei Leistungsniveaus; dazu haben mir die Jugendlichen Folgendes mit­gegeben: Dauerhaft getrennter Unterricht in Leistungsgruppen spaltet die Klasse, und eine Beobachtungsfrist von nur zwei Wochen, in denen man entscheidet, in welche Leistungsgruppe, ob Standard oder Standard AHS, ist zu kurz. Das haben mir die Kin­der und Jugendlichen, die Betroffenen, mitgegeben. (Abg. Mölzer: Da ist ja vorher ein Jahr Schule! Zwei Wochen sind ein Blödsinn!) – Herr Mölzer, wir wissen beide, dass es Lehrerwechsel gibt, wir wissen beide, dass es in der Realität oft anders ausschaut und die Lehrer die SchülerInnen in dieser Zeit noch nicht so gut kennen. (Beifall bei JETZT.)

Dritter Punkt, Statement der Jugend: Warum macht man große Veränderungen in der NMS, ohne zu evaluieren, was die letzten Jahre passiert ist und welche Folgen die ver­schiedenen Maßnahmen hatten? – Es scheint so, als wäre die Mittelschule quasi ein Versuchslabor.

Man versucht einfach immer wieder, Verschiedenes zu probieren, diesen Schritt zurück zu machen, weil man einfach parteipolitisch gerade Lust darauf hat und es eher dem entspricht, was man denkt und – wir haben es gerade gehört – nicht dem, was die Evi­denz sagt, nicht dem, wie es in der Realität aussieht.

Es braucht ein Gesamtkonzept. Es braucht Ressourcen für diese Schulen. Es braucht Schulpsychologen und Personen, die die LehrerInnen unterstützen, und nicht diese ständigen Änderungen, die im Endeffekt ein Schritt nach hinten sind. (Beifall bei JETZT.)

Nur eine Umbenennung reicht eben auch nicht. Das ist kein Schritt, den man gehen sollte, wenn man nach vorne schreiten möchte.

Minister Faßmann, Sie haben den Satz schon im Ausschuss von Gabriel Bremer ge­hört, aber ich rufe ihn Ihnen gerne wieder in Erinnerung: Er hat davon gesprochen, dass circa 1,7 Millionen Menschen in Österreich unter 20 Jahre alt sind. Das sind zwar nur 20 Prozent der Bevölkerung, aber 100 Prozent der Zukunft. Diese 100 Prozent der Zukunft sind ganz, ganz wichtig, weil das die Kinder und Jugendlichen sind, die die Zu­kunft gestalten werden, denen aber auch die Fähigkeiten dazu in der Schule vermittelt werden müssen. (Abg. Steinacker: Ja, eh! Eben!) Diese brauchen den Raum des Ler­nens, diesen Bildungsraum, der ihnen Mut, Inspiration und Neugierde gibt und sie für die Zukunft wappnet.

Beziehen Sie bitte die Interessen von unabhängigen Schülerinnen und Schülern in Zu­kunft noch mehr ein! Das haben wir zu zeigen versucht, und das ist uns, glaube ich, geglückt, das haben wir im Ausschuss gesehen. Machen Sie Bildungspolitik bitte nicht für Ihre Bildungsinteressen, sondern für die Zukunft (Abg. Hauser: Nicht für Bildungsin­teressen?!) und vor allem im Sinne des Fortschritts und nicht des Rückschritts! (Beifall bei JETZT. – Abg. Neubauer: Das war zumindest ein Befriedigend!)

13.31


Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeord­nete Kuss-Bergner. – Bitte schön, Frau Abgeordnete.


13.31.53

Abgeordnete Angelika Kuss-Bergner, BEd (ÖVP): Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Bundesminister, ich überlasse es Ihnen, auf meine Vorrednerinnen und Vorredner zu replizieren. Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Zuhörerinnen und Zuhörer! Wir haben heute den ersten Teil des Pädagogikpakets zur Beschlussfassung vorliegen, und ich möchte meine Redezeit dafür verwenden, um meine Worte an die


HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite