Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll68. Sitzung, 28. März 2019 / Seite 56

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Ich darf auch daran erinnern, dass vor 30 Jahren am Flughafen Wien oder 1981 in ei­ner Synagoge in Wien auch schon blutige Anschläge verübt worden sind.

Nicht umsonst hat der ehemalige Bundeskanzler Kern Pfosten, also Poller vor dem Bundeskanzleramt errichten lassen. Warum kam das wohl? Warum errichtet man Pfos­ten, Poller vor dem Bundeskanzleramt? Ich will jetzt die Debatte darüber, wie viel das gekostet hat und welche Machenschaften im Hintergrund gelaufen sind, auslassen. Er hat ja selber Wasser ausgeteilt und konnte sich dann nicht daran erinnern, dass die Poller gebaut wurden.

Warum aber baut man Poller in der Hauptstadt eines westlichen Landes? Warum baut man Poller bei der Kärntner Straße? Warum baut man Poller um den Rathausplatz? – Weil die Gefahr radikal islamistischer Attentate real besteht, weil genau diese Gefahr nicht nur besteht, sondern in Paris, in Berlin, in anderen Städten auch zur Realität wur­de, wo Lkws in die Menschenmengen hineingefahren sind und nachher mit dem Mes­ser hantiert wurde und noch mehr Menschen getötet wurden. (Abg. Leichtfried: Jetzt widersprechen Sie aber massiv dem Innenminister! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Meine sehr geehrten Damen und Herren, genau solche Anleitungen wurden auch im Internet seitens radikal islamistischer Strömungen verbreitet, dass eben mit dem Auto, mit dem Messer zu agieren ist. Daher wurde auch bei sogenannten Einzel­fällen in diese Richtung gehandelt.

Ich sage in aller Klarheit: Das sind keine Amokläufer, keine Amokläufe einzelner Perso­nen. Das sind keine wenn auch noch so schrecklichen Amokläufe einzelner Personen, sondern fanatische, religiös motivierte Attentatsserien mit eiskaltem System. Das ist ra­dikaler Islamismus mit terroristischer Ausprägung, und dagegen kämpfen wir in Öster­reich mit aller Gewalt des Rechtsstaates. – Danke sehr, Herr Innenminister Kickl! (Bei­fall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Loacker: ... Redezeit!)

Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich komme schon zum Schluss, damit auch die folgenden Redner noch zu Wort kommen (Zwischenruf des Abg. Leichtfried): Es ist, glaube ich, wichtig, kein politisches Kleingeld zu schlagen, und notwendig, unseren Innenminister in all seinem Handeln zu unterstützen, wenn es darum geht, extremisti­sche Taten, egal aus welcher Richtung, zu verhindern und zu ahnden. – Danke sehr. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)

11.39


Präsidentin Doris Bures: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Klubvorsitzende Dr.in Pa­mela Rendi-Wagner. – Bitte.


11.40.12

Abgeordnete Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Innen­minister! Sehr geehrte Bundesregierung! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Her­ren! Es ist wirklich schwer, nach dieser Rede des Kollegen Gudenus Worte zu finden (Beifall bei der SPÖ – Abg. Gudenus: Ja genau! – Abg. Martin Graf: Weil er alles ge­sagt hat!), aber ich möchte ganz bewusst, weil es, so wie es notwendig ist, in dieser Form heute noch nicht getan wurde, der 50 unschuldigen Opfer von Christchurch hier auch seitens des Hohen Hauses und der Sozialdemokratie gedenken (Rufe bei ÖVP und FPÖ: Kollege Amon!) und vor allem ihren Angehörigen unser Mitgefühl ausspre­chen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Kitzmüller: Amon hat das schon gesagt! – Abg. Rosenkranz: Das war zu wenig!)

Ich würde Sie auffordern, hier einige Sekunden im Gedenken an diese unglaubliche Tat innezuhalten! (Die Rednerin schweigt für einige Sekunden.)

Sehr geehrter Klubobmann Rosenkranz, bevor ich mit meiner eigentlichen Rede begin­ne, möchte ich noch Folgendes sagen: Ich erachte es als wirklich unglaubliche, ja inak-


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