ist? Kann das sein? Ist dieser Verdacht begründet? (Abg. Wöginger: Nein! Nein!) – Nein, dieser Verdacht ist nicht begründet. Wir werden ja sehen. Warum ist die ÖVP plötzlich für ein automatisches Pensionssplitting und war es aber vor einem Jahr noch nicht? – Ich glaube schon, dass die Bedienung der Konzerne, die Bedienung der Industrie hierfür ein Grund sein könnte.
Wir sind aber auch deswegen nicht für dieses automatische Pensionssplitting, weil es andere Maßnahmen braucht, die Frauen benötigen, zum Beispiel – und das wurde auch nicht verwirklicht – 1 200 Euro Mindestpension (Zwischenruf des Abg. Wurm), bei der Frauen Versicherungszeiten, wie zum Beispiel die Kindererziehungszeiten, angerechnet werden. Das haben Sie nicht umgesetzt. (Zwischenruf des Abg. Wurm.) – Ja, aber nicht so, wie wir das wollen: 1 200 Euro unter Anrechnung der Kindererziehungszeiten! Die haben Sie weggelassen, Herr Kollege Wurm (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wurm), ich sage Ihnen das!
Wir sollten weiters einen Rechtsanspruch auf den Wechsel von Teilzeit auf Vollzeit auf Teilzeit ermöglichen. Auch das ist innerhalb der Phase, in der Kinder kommen, für Männer und für Frauen vielleicht etwas Wichtiges, sodass es als Rechtsanspruch definiert sein sollte.
Auch in Bezug auf den Ausbau der betrieblichen Kinderbetreuung haben wir von der Regierung noch nicht viel bis gar nichts gehört, damit Frauen ein unabhängiges, selbstständiges Leben führen können und nicht in Abhängigkeit vom Partner, eventuell vom Splitting, zu lange zu Hause bleiben und im Alter erst wieder arm sind. (Beifall bei der SPÖ.)
17.49
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Bernhard. – Bitte.
Abgeordneter Michael Bernhard (NEOS): Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Zuseherinnen und Zuseher! Pensionssplitting ist eine Maßnahme, die zweifellos eine ganz, ganz weitreichende Bedeutung für eine geschlechtergerechte und gleichberechtigte Familienpolitik haben würde; darauf möchte ich eingehen.
Wir haben bis jetzt von den Regierungsfraktionen Maßnahmen im Bereich der Familienpolitik gesehen, die ein sehr konservatives, ein sehr traditionelles Familienbild einzementiert haben und die sich gegen europäische Mitbürgerinnen und Mitbürger gerichtet haben.
So weit ist das nicht verwunderlich, man möchte fast sagen, Sie haben gemacht, wofür Sie in dieser Sache gewählt worden sind. Ich glaube aber, eine Frage, bei der wir als Nationalrat tatsächlich mit geeinter Stimme sprechen sollten, ist jene, wie wir zu einer gleichberechtigten Aufteilung der bezahlten und der nicht bezahlten Tätigkeit in unserer Gesellschaft kommen, und da ist natürlich die Familie der zentrale Ort, wo man genau hinschauen muss.
Wir haben die Situation, dass bei den Pensionsansprüchen Frauen – mehrheitlich Frauen – gegenüber Männern ganz massiv im Nachteil sind. Das liegt im Wesentlichen daran, dass sie nach der Familiengründung eine Unterbrechung und danach eine schleppende Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit und eine viel längere Phase der Teilzeittätigkeit haben, und – das ist ganz zentral – es wird in Österreich mehrheitlich auch noch nicht gelebt, dass die unbezahlte Tätigkeit von Männern, also Vätern, in gleichem Maße ausgeübt wird.
Man muss sich fragen: Was ist die derzeitige Antwort der österreichischen Politik? – Die derzeitige Antwort ist das freiwillige Pensionssplitting, das sich über sieben Jahre
HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite