Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll68. Sitzung, 28. März 2019 / Seite 186

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gene Ferkelzucht zu betreiben. Aber für den steirischen Kren gilt die geschützte Ur­sprungsbezeichnung; wenn jetzt ein österreichischer Konzern sagt: Das ist mir zu teuer, dass ich in Österreich produzieren lasse, ich geh lieber über die Grenze ins Aus­land!, und das Produkt deshalb als GGA gekennzeichnet wird – ist das die Landwirt­schaftspolitik und die Wertschöpfung, die ihr hier im Land halten wollt?

Es geht darum, nicht gleich beim ersten leichten Gegenwind österreichische Wert­schöpfung, österreichische Qualität gegen Gewinnabsichten einzutauschen. (Beifall bei der SPÖ.)

Genau darum geht es. Das ist genau das, wo wir uns in unserer Position unterschei­den: Wir fordern hier hohe Standards und wir fordern auch, dass man sozusagen diese Standards wirklich verteidigt. (Beifall bei der SPÖ.)

18.52

Der Antrag hat folgenden Gesamtwortlaut:

Entschließungsantrag

der Abgeordneten Ing. Vogl,

Genossinnen und Genossen

zum Bericht des Ausschusses für Land- und Forstwirtschaft über den Antrag 662/A(E) der Abgeordneten Dipl.-Ing. Karin Doppelbauer, Dipl.-Ing. Georg Strasser, Maximilian Linder, Kolleginnen und Kollegen betreffend Agrarmärkte und regionale Produktion, 528 d.B.

betreffend AMA-Gütesiegel nur bei Gentechnikfreiheit des gesamten Herstellungspro­zesses!

Die Chancen österreichischer regionaler landwirtschaftlicher Betriebe auf den Märkten können durch eine klare, transparent reglementierte Kennzeichnung ihrer Produkte stark erhöht werden. Seit Jahren setzt sich die SPÖ für den flächendeckenden Einsatz von gentechnikfreien Futtermitteln in Österreich ein. Diese Forderung deckt sich mit dem starken Wunsch in der österreichischen Bevölkerung nach umfassender Gentech­nikfreiheit von Lebensmitteln. Diese Thematik hat auf Grund des Urteils des Europäi­schen Gerichtshofes, dass die sogenannten „Neuen Züchtungstechniken“ ebenfalls Gentechnik darstellen zusätzlich an Gewicht gewonnen. Das AMA-Gütesiegel wird be­sonders stark als für Konsumenten und Konsumentinnen verlässliches Qualitätssiegel für Lebensmittel beworben. Produkte mit diesem Siegel müssen jedoch nicht den Stan­dard erfüllen, dass Fleisch von Tieren verwendet wurde, die nicht mit gentechnisch ver­änderten Futtermitteln gefüttert wurden. Hinzu kommt, dass die Richtlinien für die Ver­gabe des AMA-Siegels nach wie vor intransparent sind.

Ein aktueller Greenpeace-Test zeigt nun auf, dass auch Schweinefleisch mit dem rot­weiß-roten AMA-Gütezeichen mit gentechnisch verändertem Soja produziert wird. Die Umweltschutzorganisation ließ gängiges Schweine-Futtermittel, darunter für Mast­schweine und für Ferkel, vom Umweltbundesamt testen. Das Ergebnis rührt auf: Rund 90 Prozent des Sojas waren gentechnisch verändert (https://bit.ly/2A3VWXr)! Es konn­ten in den zwei Proben des Marktführers „Garant-Tiernahrung Gesellschaft m.b.H.“ drei verschiedene gentechnisch veränderte Soja-Pflanzen nachgewiesen werden. Zwei stammten vom Agrarkonzern Monsanto und eine von der Bayer AG., welche den US-Konzern Monsanto vor Kurzem übernommen hat.

Bei Schweinefleisch ist nur Bio-Schweinefleisch sowie Schweinefleisch mit dem grün-weißen „Ohne Gentechnik“-Siegel garantiert gentechnikfrei. Dabei handelt es sich der­zeit jedoch um Nischenprodukte. Bio-Schweinefleisch hat einen Marktanteil von zwei Pro-


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