Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll72. Sitzung, 25. April 2019 / Seite 92

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über den Gesetzesantrag der BundesrätInnen Günther Novak, Kolleginnen und Kollegen (496 d.B.) betreffend ein Bundesgesetz, mit dem das Ökostromge­setz 2012 (ÖSG 2012) geändert wird (565 d.B.)

6. Punkt

Bericht des Ausschusses für Wirtschaft, Industrie und Energie über die Re­gierungsvorlage (558 d.B.): Grundsatzgesetz über die Förderung der Stromer­zeugung aus Biomasse (Biomasseförderung-Grundsatzgesetz) (566 d.B.)


Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Wir gelangen nun zu den Punkten 5 und 6 der Ta­gesordnung, über welche die Debatte unter einem durchgeführt wird.

Auf eine mündliche Berichterstattung wurde verzichtet.

Als Erste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Duzdar. – Bitte schön.


13.40.08

Abgeordnete Mag. Muna Duzdar (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Ministerin! Werte Kollegen und Kolleginnen! Sehr geehrte Zuschauerinnen und Zuschauer auf der Galerie! Vor rund zwei Monaten hat die SPÖ im Bundesrat gegen ein schlechtes Gesetz von ÖVP und FPÖ gestimmt. (Abg. Eßl: Ein gutes Gesetz!) Die­ses Gesetz war intransparent, dieses Gesetz hat für Anlagenbetreiber und -betreiberin­nen Unsicherheiten gebracht. Es wäre politisch verantwortungslos gewesen, da mitzu­gehen. (Abg. Haubner: Glauben Sie das selber?) Immerhin geht es um 150 Millionen Euro, die die Stromkunden und Stromkundinnen aus ihren Ökostrombeiträgen finan­ziert hätten.

Frau Ministerin, anstatt auf unsere Kritik einzugehen, hat Ihre Partei, die ÖVP, im gan­zen Land diffamierende Unwahrheiten von wegen Atomstrom in Österreich plakatiert (Abg. Haubner: Das ist die Folge! – Zwischenruf des Abg. Eßl) und nur mit Schuldzu­weisungen reagiert. Auch von Ihrer Seite, Frau Ministerin, kommen jedes Mal, wenn Sie hier zu diesem Thema sprechen, nur Schuldzuweisungen und Vorwürfe, auch zu­letzt im Ausschuss. (Abg. Haubner: Sie haben keine Argumente gehabt!) Ich möchte Ihnen ganz offen und ehrlich sagen, ich finde es mittlerweile peinlich, dass in diesem Zusammenhang von Ihnen hier jedes Mal nur Vorwürfe und Schuldzuweisungen kom­men und überhaupt nicht die Bereitschaft da ist, die Kritik von unserer Seite zu sehen. (Beifall bei der SPÖ.)

Ich finde das, was in der letzten Ausschusssitzung passiert ist, so wie Sie sich verhal­ten haben, einer Ministerin unwürdig. Frau Ministerin, in Wirklichkeit haben Sie die de­mokratische Entscheidung des Bundesrates nicht respektiert, Sie haben sich über die­se demokratische Entscheidung hinweggesetzt. Anstatt neuerlich mit der größten Op­positionspartei zu verhandeln, sind Sie den politischen Irrweg dieses heute vorliegen­den Grundsatzgesetzes gegangen.

Für mich verdient dieses Grundsatzgesetz mehr die Bezeichnung Biomasseschlamas­sel als den Namen Biomasse-Grundsatzgesetz. Ich sage Ihnen, warum: Erstens ein­mal schieben Sie die gesamte politische Verantwortung auf die neun Bundesländer ab. Jetzt, da es unangenehm geworden ist, entziehen Sie sich Ihrer Verantwortung. (Abg. Haubner: Sie hätten ja zustimmen können, dann wäre es anders gekommen! – Abg. Prinz: Nein, jetzt müssen die Roten ...!)

Zweitens machen Sie aus 47 Biomasseanlagen eine Staatsaffäre.

Drittens brauchen wir nun zehn Gesetze statt nur mehr einem Gesetz.

Viertens braucht es nun ein EU-beihilferechtliches Verfahren, auch wenn Sie behaup­ten, das wäre nicht der Fall. Ich kann Ihnen nur nahelegen, einmal die Stellungnahmen


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