Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll86. Sitzung, 3. Juli 2019 / Seite 246

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hat auch von meiner Seite eine sehr hohe Priorität, aber es dauert nun einmal eine gewisse Zeit.

Das zweite Thema ist die Tarifgestaltung, und es muss einfach gerechnet werden, welche Tarifmöglichkeiten da gegeben sind. Es ist auch eine Frage der Subventio­nierung. Erst wenn man dieses Abrechnungssystem hat, kann man darüber seriös diskutieren, was ein solches Ticket kosten kann, und daraus kann man dann einen Plan machen und auch mit dem Finanzminister verhandeln, in welcher Dimension man es subventionieren muss. (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)

19.31


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Lausch. – Bitte.


19.31.54

Abgeordneter Christian Lausch (FPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ge­schätzte Kolleginnen und Kollegen! Es ist zum Eisenbahngesetz schon das meiste von meinen Vorrednern gesagt worden. Ich schließe mich dem durchwegs an. Worauf ich noch zurückkommen will ist der Dreiparteienantrag betreffend Schweinbarther Kreuz im Weinviertel. Das Ganze ist natürlich skurril: Man stellt eine Bahnlinie ein und ersetzt sie durch einen Bus, wobei man ganz genau weiß, dass dieser wahrscheinlich auch bei Temperaturen wie jetzt gerade nicht sonderlich gut angenommen wird. Das kennt man schon, da wird dann meistens der Busverkehr eingestellt, und dann steigen in Zeiten wie diesen die Pendler – es ist nämlich zum großen Teil eine Pendlerstrecke – auf das Auto um.

Wenn man jetzt sagt, der Klimaschutz sei in aller Munde, man wolle Klimaziele er­reichen und so weiter und so fort, kommt natürlich der Bahn auch in Zukunft eine ganz große Bedeutung zu. Das Weinviertel ist eine Region in Niederösterreich, in der es sehr viele Pendler gibt. Ob das jetzt im Bezirk Korneuburg, Hollabrunn oder Mistelbach ist, und ich zähle natürlich auch Gänserndorf zum Weinviertel: Das sind größtenteils reine Pendlerstrecken, wo die Bahn genützt wird, um täglich in die Arbeit zu fahren und von der Arbeit schnell wieder heimzukommen.

Leider sind dort die Bahnstrecken eingleisig. In meinem Bezirk Hollabrunn ist die Strecke bis Stockerau zweigleisig, und dann fangen die Probleme an – bis Retz sind es circa 40 Kilometer –, es kommt zu Verspätungen und Zugausfällen. Dabei muss man immer berücksichtigen: Der Pendler steigt nach einem schweren Arbeitstag aus dem Zug aus, der Zug hat 10 Minuten Verspätung, und der Bus ist weg. Man kann sich dann, um in die Katastralgemeinde zu kommen, entweder von einem Bekannten oder von jemandem aus der Familie abholen lassen, aber es ist eine Odyssee, man kommt von der Arbeit erst Stunden später nach Hause.

Pendler erzählen, dass sie oft, wenn Züge ausfallen oder Verspätung haben, zwei bis zweieinhalb Stunden von Wien nach Hause brauchen. Man muss auch die Problematik bedenken, dass der Zug auch von sehr vielen Frauen genützt wird, die dann, wenn sie am Abend müde von der Arbeit heimkommen, noch Kinder und Familie haben. Für uns Abgeordnete ist es da immer relativ leicht, extrem viele Unterschriften für Anträge zu sammeln, man möge doch das Herz aufbringen und in Zeiten wie diesen die Bahn so herrichten, dass sie für die Bevölkerung annehmbar ist.

Ich glaube, da sind wir auf einem guten Weg, da hat es schon mit der Bundes­regie­rung, die vor Kurzem ausgedient hat – sagen wir es so –, sehr viele Verhandlungen gegeben, man war auf einem guten Weg. Mit Bundesminister Hofer hat das sehr, sehr gut funktioniert, er hatte für alle Fraktionen ein offenes Ohr und hat sich sehr all dessen


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