Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll89. Sitzung, 25. und 26. September 2019 / Seite 357

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Die Bundesregierung - und die Ministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus insbeson­dere - haben hier eine hohe Verantwortung, ihre Aktivitäten bei den Verhandlungen zu den gesetzlichen Grundlagen der GAP 2020+ nicht von Lobbyismus einzelner starker Gruppen einengen zu lassen, sondern mit Weitblick zu agieren.

Das Bewusstsein, dass es sich bei einer GAP-Periode um die Verteilung hoher öffent­licher Steuergelder handelt, ist im Sinne einer gerechten Mittelverteilung und gesamt­gesellschaftlichen Verantwortung vehement einzufordern!

Ob unseren nachfolgenden Generationen giftfreie Lebensmittel zur Verfügung stehen, eine ausreichende Versorgung mit Nahrungsmitteln gegeben ist und ob sie eine Um­welt mit hoher Lebensqualität vorfinden, hängt stark von der nächsten GAP 2020+ ab.

Die gefertigten Abgeordneten stellen daher den

Antrag

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Die Bundesregierung wird aufgefordert, sich im Rahmen der Verhandlungen zur Aus­gestaltung der nächsten GAP-Periode für 2020+ dafür einzusetzen, dass die Förde­rungen so gestaltet werden, dass die nächste Periode der GAP zu einer deutlichen Re­duktion der chemisch-synthetischen Pestizideverwendung europaweit führt.“

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Präsidentin Doris Bures: Auch für Sie alles Gute, Herr Abgeordneter!

Der Entschließungsantrag wurde von Ihnen ordnungsgemäß eingebracht und steht da­her mit in Verhandlung.

Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dipl.-Ing.in Karin Doppelbauer. – Bitte.


0.44.00

Abgeordnete Dipl.-Ing. Karin Doppelbauer (NEOS): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe ZuseherInnen! Wir haben in dieser Legislaturperiode schon oft über den Pflanzenschutz diskutiert, und leider hat sich die Debatte oftmals auf einzelne Mittel, auf einzelne Wirkstoffe beschränkt. Gly­phosat ist ein Beispiel, das uns allen noch in guter Erinnerung ist.

Die großen systemischen Fragen im Pflanzenschutz haben wir uns nicht ausreichend gestellt. Da geht es – zumindest aus meiner Sicht – nicht darum, dass man einzelne Wirkstoffe oder einzelne Mittel herausgreift, die man dann eventuell sogar durch noch schädlichere Mittel ersetzt, sondern es geht darum, wie wir uns die Frage des Pflan­zenschutzes in der Zukunft grundsätzlich vorstellen.

Wir alle wissen es: Mit der Klimaerhitzung, mit weniger Regen beziehungsweise stel­lenweise auch mehr Regen wird es immer schwieriger, und wir müssen uns einfach da­rauf verständigen, dass wir integrierten Pflanzenschutz forcieren, dass wir in For­schung und Entwicklung gehen und dass wir Alternativen finden – Alternativen, die auch möglichst schnell zur Marktreife gebracht und dann eben in den landwirtschaftli­chen Bereich integriert werden können.

Warum ist das Thema so wichtig? – Es ist von meinen Vorrednern schon angespro­chen worden: Es geht um den Biodiversitätsverlust, und der ist besorgniserregend hoch. Seit 1986 ist die Zahl der Wildtiere in Österreich um 70 Prozent gesunken. Da geht es größtenteils um Vögel und Insekten, und dafür gibt es zwei Hauptursachen: Auf der einen Seite ist das der Verlust des Naturraums. Das ist ein ganz wichtiges


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