Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 238

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Ich danke ausdrücklich Bundesministerin Raab, wir haben im Vorfeld das Regierungs­programm verhandelt, danke, Kollegin Voglauer, Kollegin Blimlinger, und von der ÖVP war Präsident Sobotka dabei, und wir haben ein sehr, sehr gutes Programm für die österreichischen Volksgruppen ausgehandelt. Ein wichtiger Bereich ist natürlich die Volksgruppenförderung. Ich danke Bundesministerin Raab für ihre Offenheit bei diesem Thema, diesen sehr positiven Zugang und das Bewusstsein, den österreichischen Volks­gruppen helfen zu müssen, denn sie sind in Wahrheit im Bestand bedroht.

Wir haben uns im Sinne des Regierungsprogramms für eine Erhöhung der Volks­grup­penförderung eingesetzt, und herausgekommen ist eine Verdoppelung. Nach 25 Jahren Verlangen der Volksgruppenorganisationen gibt es jetzt eine Verdoppelung. Das ist wirk­lich ein großer Schritt, und danke dafür, dass das gemeinsam gelungen ist. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)

Das zentrale Element einer Volksgruppe ist die Verwendung der Sprache. Wenn die Kultur nicht mehr gelebt und die Sprache nicht gesprochen wird, verliert die Volksgruppe sozusagen ihre Existenz, ihre Basis, und in Wahrheit ist das im Burgenland das gleiche Problem wie bei den Volksgruppen in Kärnten oder in Wien: Die Sprache geht verloren. Die junge Generation spricht sie nicht mehr. Die Gründe dafür sind vielfältig. Ge­schlossene Siedlungsgebiete gibt es nicht mehr. Die Gesellschaft hat andere Heraus­forderungen für junge Menschen: Englisch muss man lernen, andere Qualifikationen muss man sich aneignen, sodass die Volksgruppensprachen oft ins Hintertreffen ge­raten.

Umso wichtiger ist daher die Unterstützung für Projekte, die genau das bringen sollen: dass die Kinder und jungen Menschen neben Kindergarten, Pflichtschule und höherer Bildung sehr wohl auch durch andere Projekte – Kinderbetreuung, Sprachenwett­be­werbe, kulturelle Projekte und, und, und, alles eben, was aus der Volksgruppenförderung finanziell unterstützt wird – die Volksgruppensprache erlernen. Das ist ganz, ganz wichtig, und wir erwarten uns sehr große Impulse, damit wir den Volksgruppen auch eine Chance geben.

Erwähnen darf ich auch noch, dass die Volksgruppenmedien eine besondere Unter­stützung erfahren. Rund 700 000 Euro sind vorgesehen, pro österreichischer Volks­gruppe ein Printmedium – die „Hrvatske Novine“ bei den Kroaten, die „Novice“ bei den Slowenen, auch die Tschechen haben ein derartiges Blatt –, damit die Sprache auch transportiert wird. Sie muss im Radio, im Fernsehen gesprochen und gehört und auch in den Medien gelesen werden.

Es wäre schade, wenn diese österreichische Identität langsam verschwindet. Daher nochmals: Frau Bundesministerin, herzlichen Dank für deine Offenheit, auch für den permanenten Dialog mit den Volksgruppenorganisationen – sie kämpfen Tag für Tag um den Erhalt –, und danke für die Unterstützung! Ich hoffe, dass wir gemeinsam mit unse­rem Koalitionspartner da einen wirklichen Impuls geben, dass die Volksgruppen eine Perspektive bekommen. Srdacna hvala! Alles Gute! – Danke. (Beifall bei ÖVP und Grünen)

17.52


Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Karin Greiner. – Bitte.


17.52.20

Abgeordnete Mag. Karin Greiner (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Prä­sidentin des Rechnungshofes! Herr Vizekanzler! Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Herren Volksanwälte! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Rechnungshof hat für 2021


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