Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 249

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Erhöhung von 10,8 Millionen Euro gegenüber dem Jahr 2020. Diese zusätzlichen Finanz­mittel sollen insbesondere in die Einrichtung des neuen Instituts für Sporttechnologie, in die Inklusion im Sport, in Gleichstellungsprojekte und in die Frauensportförderung fließen.

Als Sprecherin der neuen Volkspartei für Menschen mit Behinderung interessiert mich natürlich der Bereich Sport und Inklusion besonders. Dafür stehen für das Jahr 2021 650 000 Euro zur Verfügung. In diesem Zusammenhang möchte ich auch betonen, wie essenziell Bewegungs- und Sportangebote für Menschen mit Behinderungen sind. Im Profibehindertensport hat Österreich bereits einen sehr guten Ruf, und ich unterstütze es sehr, dass man sich auch weiterhin dazu bekennt und darin investiert – beispiels­weise durch die Stellen für Athletinnen und Athleten mit Behinderungen im Heeressport. Die österreichischen Parasportlerinnen und -sportler sind dafür bekannt, regelmäßig Me­daillen bei Großereignissen zu gewinnen, und nehmen somit auch eine große Vorbild­rolle für unsere Jugendlichen ein.

Was meines Erachtens noch mehr Aufmerksamkeit braucht, ist der inklusive Breiten­sport mit sehr niederschwelligem Zugang. Oftmals braucht es nicht viel, um Bewegungs- und Sportangebote auch behinderten Menschen zugänglich zu machen. Neben dem präventiven Charakter hat dies auch eine ganz wesentliche soziale und integrierende Komponente.

Zum anderen ist erwiesen, dass so früh und jung wie möglich mit sportlichen Aktivitäten begonnen werden soll – bei Kindern mit und ohne Behinderung gleichermaßen. Dafür gibt es in Österreich bereits einige positive Beispiele von Vereinen und Initiativen wie den Schneetigern und Sei dabei. Auch das Projekt Kinder gesund bewegen, mittlerweile schon in der Fassung 2.0, schlägt genau in dieselbe Kerbe und ist zu einem richtigen Erfolgsprojekt geworden. Eine weitere Aufstockung der Mittel dafür ist fix eingeplant. Diese sollen für die möglichst flächendeckende Implementierung von Schwimmkursen in Volksschulen verwendet werden.

Zum Abschluss möchte ich noch einmal betonen, wie wichtig und gesund es ist, regel­mäßig Sport zu treiben und sich zu bewegen. Dies gilt für jeden Menschen – egal ob mit oder ohne Behinderung. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)

18.29


Präsidentin Doris Bures: Frau Abgeordnete Henrike Brandstötter ist die nächste Rednerin. – Bitte.


18.29.47

Abgeordnete Henrike Brandstötter (NEOS): Sehr geehrte Frau Rechnungshof­prä­sidentin! Sehr geehrter Herr Vizekanzler! Sehr geehrte Frau Minister! Kennen Sie diese oft kleinen Ecklokale, in denen man ganz selten einen Gast sieht? Ab und zu geht der Kellner, der sonst an der Bar abhängt, raus, raucht eine Zigarette, und alle paar Tage trinkt dort tatsächlich jemand einen Kaffee, und man denkt sich: Wovon lebt dieses Lokal eigentlich? Warum ist es nicht schon längst pleite? Was passiert da eigentlich an Ge­schäften im Hinterzimmer? – So ähnlich ist es mit der Medienförderung in Österreich. Die offizielle Medienförderung, über die wir heute debattieren und auch entscheiden können, das ist der Kaffee, den alle paar Tage ein Gast in unserem Ecklokal trinkt. Die millionenschweren Regierungsinserate, das sind die dicken Geldsäcke, die dann jemand im Hinterzimmer vorbeibringt, und diese Geldsäcke unterliegen keiner Kontrolle, keiner Aufsicht und keiner Verhältnismäßigkeit.

31 Millionen Euro haben allein die Ministerien in den Jahren 2018 und 2019 für Inserate in Tageszeitungen ausgegeben. Zwei Drittel davon – also satte 21 Millionen Euro – gin­gen an „Kronen Zeitung“, „Heute“ und „Österreich“. Das zeigt eine aktuelle Studie aus dem Medienhaus Wien.

 


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