Das Zweite ist: Wir sehen uns Screeningmöglichkeiten an. Wie können wir am Ende des Lockdowns ganz bestimmte Zielgruppen, die sehr frequente Kundenkontakte haben, anderen persönlich begegnen und diese auch berühren, verstärkt in die Testprogramme integrieren? Das ist ein wesentlicher Punkt. Wir sehen uns auch an, wo und vor allem auch wann und in welcher Form Massentestungen Sinn machen. Da arbeiten wir gemeinsam mit dem Bundeskanzler an entsprechenden Konzepten und sind da mittlerweile auch sehr, sehr weit.
Letzter Punkt: Unsere Hoffnungsperspektive, die Impfung. Wie steht es? – Ich kann mich erinnern, ich habe vor zwei Monaten gesagt, es könnte sein, dass es im ersten Quartal so weit ist – und ich habe sogar gewagt, einen Monat zu nennen, der Traum wäre nämlich, dass wir es im Jänner schaffen, die ersten Impfdosen nach Österreich zu bringen. Damals habe ich gesehen, dass ein paar Köpfe geschüttelt wurden und dass daran nicht so recht geglaubt wurde. Wenn Sie die internationalen Agenturmeldungen der letzten Tage lesen, dann sehen Sie: Das kann nun wirklich sehr, sehr bald realistisch werden. Frankreich meldete gestern, dass man sich auf einen Start der Impfprogramme ab Jänner einstellt und sich darauf vorbereitet; dasselbe meldet Großbritannien, Deutschland ist ebenfalls in derselben Vorbereitung. Ich kann Ihnen sagen: Wir sind sehr, sehr gut unterwegs, das professionell vorzubereiten – mit dem Ziel, möglichst viele Österreicherinnen und Österreicher und BewohnerInnen dieses Landes dazu zu motivieren, sich durch die Teilnahme an den Impfprogrammen, die selbstverständlich freiwillig sind und freiwillig bleiben, zu schützen.
Wir haben sehr, sehr gute Verhandlungen mit der Europäischen Union und durch die Europäische Union mit den Produzenten und Produzentinnen der Impfstoffe verwirklicht. Das ist ein Beweis dafür, wie Europa funktioniert, meine sehr verehrten Damen und Herren. Stellen Sie sich nur vor, wir hätten bei diesem Ressourcenkampf – und das ist es in Wirklichkeit – als kleines Österreich alleine verhandelt! Wir sind gemeinsam ganz einfach viel stärker, und das zeigt sich in einer Krisensituation. Es hat auch zu Recht Kritik an der Rolle Europas in der Krise gegeben, aber das ist wirklich ein tolles Zeugnis dafür, wie uns Europa insgesamt stärkt, indem diese Verhandlungen gemeinsam geführt wurden und mittlerweile drei große Abschlüsse erreicht wurden, das heißt, dass wir ausreichend Impfstoff haben werden.
Die Impfstrategie ist fertig. Wir haben sie gestern am Abend finalisiert. Die Logistikstrategie wird gerade finalisiert. Das heißt, wir sind sehr, sehr gut aufgestellt. Wir wissen, wer wann ein Impfangebot erhalten wird, und wir gehen davon aus, dass wir uns auf einen Start im Jänner vorbereiten müssen, können und dürfen. – Danke, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
11.57
Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Faika El-Nagashi. – Bitte.
Abgeordnete Mag. Faika El-Nagashi (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Minister! Seit Langem warne ich, so wie viele andere auch, vor dem Zusammenhang zwischen Pandemien und der Massentierhaltung. (Ruf bei der FPÖ: Ah! Fledermäuse waren’s!) Solange wir Tiere in so großer Zahl auf so engem Raum halten, werden Pandemien eine ständige Bedrohung sein. Das sind laute Warnglocken, die konventionelle Nutztierhaltung so schnell wie möglich zu beenden und auf eine zukunftsfähige Form der Landwirtschaft umzustellen: kleinteilig, regional und biologisch.
Viele Menschen haben gehofft, dass nun die Zeit für den Paradigmenwechsel gekommen ist, dass wir nun in der Landwirtschaft einen neuen Weg gehen werden, auf die
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