fließen, sondern zur Sozialversicherung, wird dieser Pflegeabrechnungskatalog nie kommen.
Zusammengefasst: Dieses Budget hat keinen Plan und keine Leidenschaft – keinen Plan und keine Leidenschaft für das Impfen an alternativen Orten zu Arztpraxen wie zum Beispiel in der Apotheke, keinen Plan und keine Leidenschaft beim Fördern der strukturierten Versorgung von chronisch Kranken und keinen Plan und keine Leidenschaft bei der Innovation des niedergelassenen Bereichs und der Etablierung eines Abrechnungskatalogs für die Pflege.
Ja, die Krise hat uns fest im Griff, aber da draußen leben Menschen mit Bedürfnissen, die gestillt werden müssen. Corona darf nicht die Ausrede für alles sein, handeln Sie endlich! – Danke. (Beifall bei den NEOS.)
12.22
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Werner Saxinger. – Bitte.
Abgeordneter Dr. Werner Saxinger, MSc (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Damen und Herren! Eigentlich wollte ich in der Debatte zum Gesundheitsbudget über die Bettenzahl in den Spitälern und über die Kosten der Schutzausrüstungen reden, aber aufgrund der Dynamik und der Dramatik der letzten Tage habe ich spontan umdisponiert und möchte ein paar Gedanken als Arzt, als Bürger, als politischer Mensch äußern.
Als Staatsbürger möchte ich sagen, dass diese Pandemie eine Zumutung ist. Es zipft auch mich an! Unser Leben in Freiheit und Selbstbestimmung ist derzeit nicht so, wie wir das möchten, es wird auf eine harte Probe gestellt. Wir sind das nicht gewöhnt und halten das auch kaum aus. Wir merken bei uns allen auch eine gewisse Müdigkeit, eine Polarisierung in der Gesellschaft, und es fällt uns schwer, derartige Einschränkungen zu akzeptieren, selbst wenn wir deren Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit verstehen – auch ich fühle manches ambivalent. Und jetzt noch der Lockdown, alles zu: furchtbar, aber alternativlos.
Gestatten Sie mir, dass ich jetzt als betroffener Spitalsarzt in einer großen Klinik laut weiterdenke, wie es derzeit in den Spitälern zugeht, eine Art Livebericht der letzten Tage bringe. Was sehe und erlebe ich tagtäglich? – Hören Sie bitte gut zu! Ich sehe, wie täglich immer mehr Covid-19-Patienten mit Symptomen wie heftiger Atemnot, Fieber und katastrophalem Allgemeinzustand ins Spital kommen, zuletzt zehn bis 20 pro Tag. Ich sehe, wie wir alle – Ärzte, Pflegepersonal aus allen Fächern – die Covid-Stationen und Intensivabteilungen unterstützen, auch neben und nach der Arbeit. Ich sehe, wie es uns in den letzten Tagen kaum mehr gelingt, freie Betten zu schaffen, und die neu umgewandelte und geöffnete Station vom Vortag schon wieder voll ist. Ich sehe auch, wie manche Patienten nach wenigen Stunden wegen heftiger Atemnot auf die Intensivstation kommen, und ich habe letzte Woche auch schon erlebt, wie es manche nicht schaffen und den Kampf nicht gewonnen haben. Ich sehe und erlebe völlig erschöpfte Ärzte, Schwestern und Pfleger, die seit Tagen an der Grenze der Belastbarkeit mit dicken Schutzanzügen bis zu fünf Stunden nonstop arbeiten.
Das sind Zustände, die wir in Österreich bisher nicht kannten, und ich glaube, es ist wirklich angebracht, dass wir uns mit einem Applaus bei allen, die an der Spitalsfront stehen und für die Bevölkerung Großartiges leisten, bedanken und verneigen. (Beifall bei ÖVP, SPÖ, Grünen und NEOS.)
Ich erlebe auch Hilferufe aus Spitälern, die es kaum mehr schaffen, aber, liebe Kolleginnen und Kollegen, der Zustrom hört derzeit leider nicht auf. Das ist keine Panikmache,
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