Das ist eine wichtige Maßnahme in Richtung Lebensqualität, aber auch Gesundheitsvorsorge, bei der man eben mit Technologiepaketen wie Smartwatch, Tablet, Sensoren und Messgeräten für Vitalparameter arbeitet. Die wurden sehr, sehr gut angenommen. Das ist eine wichtige prophylaktische Arbeit, aber auch eine Entlastung des Gesundheitssystems, wenn jemand nicht stürzt, wenn jemand nicht vereinsamt und so weiter.
Ich nenne noch eine weitere Initiative: die Einrichtung digitaler Ambulanzen, Spitalsambulanzen, beispielsweise der Vinzenz-Gruppe hier in Wien. Da ist es auch nicht so, dass das ein Ersatz für eine medizinische Untersuchung ist, aber es gibt da viele wertvolle Möglichkeiten der Nachbehandlung, der Betreuung chronisch kranker Menschen, der Beratung beispielsweise in Ernährungstherapie und so weiter.
Entwickeln wir solche Rahmenbedingungen weiter, versuchen wir, das Gesundheitssystem und auch die Pflege dadurch zu entlasten! Stellen wir aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, immer den Menschen in den Mittelpunkt! Bleiben Sie gesund! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
12.18
Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Fiona Fiedler. – Bitte.
Abgeordnete Fiona Fiedler, BEd (NEOS): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Werter Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher zu Hause! Und jährlich grüßt das Murmeltier: Budgetkapitel 24, Gesundheit, ein reiner Budgetdurchlaufposten an die Bundesländer. Eigentlich müsste man dieses Budgetkapitel umbenennen, zum Beispiel in UG 24 Extrafinanzausgleich oder UG 24 Körberlgeld für die Landesfürsten. Dieses Budgetkapitel ist leider fantasie- und ziellos. Es sind für 2021 nur zusätzliche 600 Millionen Euro ohne Dokumentationsvorschriften und Zielvorgaben dazugekommen.
Besonders pfiffig finde ich, dass zwar 120 Millionen Euro für Covid-Impfungen vorgesehen sind, aber selbst da Klientelpolitik betrieben wird. So wird beispielsweise Apothekern das Impfen weiterhin nicht zugestanden. Leider ist Gesundheitsminister Anschober diesbezüglich noch unschlüssig: Während er vor dem Sommer das Impfen in der Apotheke noch überlegt hat, sieht er nach dem Sommer durch das Impfen in der Apotheke die Patientensicherheit infrage gestellt.
Lieber Herr Minister, ich frage Sie erneut: Wie wollen Sie ohne das Aufbrechen des Impfmonopols schnell eine hohe Durchimpfungsrate der Menschen in Österreich erzielen? Sie fahren doch auch mit dem Railjet oder der Westbahn von Linz nach Wien und nicht mit dem Regionalzug (Heiterkeit und Zwischenbemerkung von Bundesminister Anschober), also lassen Sie bitte auch die Apotheker impfen, um das Ziel der Durchimpfung schneller zu erreichen – jetzt bei der Grippe und später bei Corona! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Nicht wichtig scheint Ihnen auch die strukturierte und integrierte Versorgung chronisch Kranker zu sein. Seit Jahren fordern wir, dass die Bundesgelder unter anderem an die strukturierte Versorgung gebunden werden – vor allem bei Diabetikern gibt es massiven Handlungsbedarf, aber auch viele andere chronisch Erkrankte, zum Beispiel MS-Patienten, Menschen mit Depressionen, Menschen mit diversen chronischen Gelenksentzündungen und vielem mehr, wünschen sich endlich eine adäquate Versorgung.
Seit Jahren fordern wir auch, dass die diplomierte Pflege in der Gesundheitsversorgung stärker in die niedergelassene Versorgung eingebunden wird. Dazu braucht es endlich einen Abrechnungskatalog der Pflege mit der Sozialversicherung, aber solange hier nicht veranlasst wird, dass Teile des Gesundheitsbudgets nicht mehr zu den Ländern
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