ganz offen sagen – nicht so groß wie im Frühling werden sollten. – Das ist der Bereich der Nebenwirkungen, der angesprochen wurde.
Als weiteren wichtigen Punkt möchte ich einfach noch einmal etwas klarstellen – denn wer weiß, was mit derartigen Mythen sonst passiert –: Es wurde von einem Redner der FPÖ ein Puls-4-Interview mit mir zitiert, zum Teil zitiert, wobei der Vorwurf war, ich hätte indirekt per Kommunikation über Puls 4 – das wäre eine interessante Entscheidungsfindung und Kommunikation; eigentlich ist das Parlament und ist die Regierung der Ort, wo man etwas Derartiges entscheiden müsste, was wir im Übrigen nicht wollen – angekündigt, dass der Lockdown über den 6. Dezember hinaus fortgesetzt wird. Dem ist nicht so.
Ich habe schon – das muss ich zugeben – etwas missverständlich formuliert, das ist richtig. Von daher kann man es auch so interpretieren, wie Sie, Herr Kollege, es gemacht haben. Mit der Formulierung, dass der Lockdown anhält, war aber nicht gemeint, dass er fortgesetzt wird, sondern dass die Wirkung des Lockdowns anhält. Das möchte ich nur klarstellen, damit es keine Missverständnisse gibt. Ich habe das auf Twitter und auf Facebook auch schon gemacht.
Wir müssen das Ziel haben, dass der Lockdown so nachhaltig ist, dass er nicht nur für einige Wochen wirkt, sondern dass er möglichst lange Zeit bis zur Impfung wirkt. Das heißt, dass wir die Zahlen – ich habe das dann auch im Zusammenhang erklärt – so absenken, dass wir für die nächsten Wochen und Monate, falls es Monate bis zur Impfung sind, wieder Luft haben. – Ich glaube, das ist damit klargestellt.
Ein letzter Punkt: Ich habe immer wieder Schwierigkeiten dabei gehabt, wie man mit Menschen umgeht, die – aus dem wissenschaftlichen Bereich, aus dem medizinischen Bereich oder auch aus einem parteipolitischen Bereich kommend – Covid verharmlosen oder Covid leugnen. Jetzt kann man bei jedem Bereich natürlich unterschiedliche Positionen haben, aber natürlich hat die Debatte teilweise gerade dann, wenn sie von Medizinerinnen und Medizinern – in Einzelfällen, nur in Einzelfällen! – gekommen ist, schon dazu beigetragen, dass Teile der Bevölkerung ganz einfach verunsichert waren.
Ich muss euch ganz offen und ehrlich sagen: Wenn Kollege Saxinger hier in diesem Haus aus seiner Praxis des Arbeitens in den Spitälern berichtet und dann von einem Abgeordneten der Zwischenruf kommt, dass sei reine Panikmache, dann verstehe ich persönlich das einfach nicht mehr. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Was ist los mit euch, dass man so an den Realitäten vorbeidiskutiert? Wann schaffen wir es endlich, dass wir sagen: So, jetzt ist einmal Schluss mit Parteipolitik, jetzt geben wir uns – quasi bildlich gesprochen – die Hand und versuchen, gemeinsam durch diese Krise zu gehen, und in sechs Wochen, in acht Wochen führen wir dann wieder die parteipolitische Auseinandersetzung!? – Das ist ja kein Glaubenskrieg, keine Glaubensauseinandersetzung. Das ist wissenschaftlich belegt. Was glauben Sie denn, woher diese Patientinnen und Patienten in den Intensivstationen kommen? Die erfindet ja niemand. Ich erachte es wirklich als eine Verhöhnung der Arbeit der Mediziner und Medizinerinnen und der Pfleger, wenn wir so miteinander diskutieren und nicht einmal diese Situation wirklich ernst nehmen und die Tätigkeit der Betroffenen vor Ort so unterstützen, wie es wirklich das Gebot der Stunde ist. – Danke. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
12.51
Präsidentin Doris Bures: Mir liegen nun zur Untergliederung 24, Gesundheit, keine Wortmeldungen mehr vor, und damit schließe ich auch diesen Themenbereich.
HomeGesamtes ProtokollVorherige SeiteNächste Seite