Prügel wie zum Beispiel eine zu hohe Sozialversicherung, ein unfaires fiktives Ausgedinge, zu viel Bürokratie oder Ähnliches. Zweitens brauchen sie, dass die Umfeldbedingungen dafür geschaffen werden, dass die Bauern für die hochqualitativen Produkte, die sie erzeugen, auch wirklich fair entlohnt werden.
Es ist geisteskrank, sehr geehrte Damen und Herren, dass ein Marken-T-Shirt mehr kostet, als ein Bauer für 10 Tonnen – für 10 000 Kilogramm – Erdäpfel bekommt, nämlich 50 bis 80 Euro. Es ist nicht normal, dass 1 Kilo Hundefutter im Supermarkt 6 Euro kostet, Sie aber die Ente, die Sie für sich selbst zum Essen kaufen, um die Hälfte – um 3 Euro pro Kilo – bekommen. Das kann in unserem Land nicht mehr funktionieren.
Sehr geehrte Damen und Herren, wissen Sie, was unser Land braucht, abgesehen davon, dass wir dieses Ungleichgewicht aus der Welt schaffen müssen? – Dass sich die Politiker unter Ihnen, die hier vom hohen Ross herab auf die Bevölkerung, auf die Bauernschaft schimpfen, von der fleißigen Arbeiterschaft und auch von den Bauern eine Handvoll von dem abschauen, was diese tagtäglich leben, sehr geehrte Damen und Herren; dass sie sich von den arbeitenden Bauern Werte abschauen – Werte wie Arbeit und Fleiß, Werte wie Nachbarschaftshilfe, die Wertschätzung von Grund, von Boden, von Heimat, von Regionalität. Wenn Sie als Nadelstreifpolitiker so hackeln würden wie unsere fleißigen Arbeiter und Bauern, dann würde nicht nur für die Bauern, sondern grundsätzlich für unser Land mehr weitergehen. (Beifall und Zwischenrufe bei der FPÖ. – Heiterkeit bei der ÖVP.)
17.03
Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter Klaus Lindinger, Sie gelangen als Nächster zu Wort. – Bitte.
Abgeordneter Ing. Klaus Lindinger, BSc (ÖVP): Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Bundesministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Wenn wir heute hier das Budget zur UG 42 Landwirtschaft, Regionen und Tourismus diskutieren, dann darf ich eines ganz klar hervorstreichen: Dieses Budget steht im Zeichen eines großen Plus an Euro – insgesamt plus 595 Millionen Euro –, dieses Budget steht im Zeichen der Nachhaltigkeit und vor allem im Zeichen der ökosozialen Agrarpolitik. Danke schön an Ministerin Köstinger für diesen großen Erfolg für unsere Regionen, für unsere Landwirtschaft, für den Tourismus! (Beifall bei der ÖVP.)
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich darf aber schon auf eines eingehen, denn wir betreiben Agrarpolitik, damit wir auch in der Zukunft unsere Höfe entsprechend bewirtschaften können: Genau deshalb hat es ein Entlastungs- und Investitionspaket gegeben, das rückwirkend mit 1. Jänner 2020 in Kraft getreten ist. Dazu sage ich eines: Die Mindestpensionisten wurden entlastet, die Sozialversicherungsbeiträge bei den Klein- und Mittelbetrieben wurden gesenkt, und in der Jungbauernschaft haben wir vor allem im Bereich der Pensionsversicherungen einen höheren Zuschuss erreicht. Wenn sich wie gestern Kollege Wimmer von der SPÖ hier ans Rednerpult stellt und behauptet, dass die jungen Bäuerinnen und Bauern bis zum Alter von 27 Jahren keine Sozialversicherungsbeiträge bezahlen, dann ist das einfach nur falsch. Das ist Klassenkampf auf tiefstem Niveau auf dem Rücken unserer Bäuerinnen und Bauern und vor allem auf dem Rücken der Jungbauern, und das verurteilen wir zutiefst, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Die Landwirtschaft ist ja maßgeblich von der Gemeinsamen Agrarpolitik geprägt, und da darf ich unserem Bundeskanzler (Ruf bei der SPÖ: Danken!) und unserer Landwirtschaftsministerin ganz herzlich danken, denn sie haben durch ihren Verhandlungserfolg ein Plus beim Budget für die Gemeinsame Agrarpolitik erreicht. Als Österreichische
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