Da sagen wir ja, mit einer verstärkten Forcierung der Allgemeinmedizin schaffen wir zumindest angebotsseitig eine Voraussetzung.
Wir werden auch mit den zusätzlich zur Verfügung stehenden Mitteln in jene Professuren investieren können, die im Rahmen der Pandemiebekämpfung extrem wichtig sind: in Infektiologie, in Epidemiologie, in Public Health und vieles andere mehr. Ich hoffe, dass wir die Covid-Krise bald mit der Entwicklung entsprechender Therapeutika oder Impfungen überwunden haben werden, aber andere Epidemien können kommen, gar keine Frage, und andere Bedrohungen wie Antibiotikaresistenzen beispielsweise sind bereits vorhanden. Wir müssen daher, glaube ich, den medizinischen Universitäten, die Großartiges geleistet haben, gerade in diesen verschiedenen Disziplinen helfen und sie unterstützen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Wir haben auch im Fachhochschulsektor eine beträchtliche Budgetsteigerung. Wir haben mit den Fachhochschulen lange darüber diskutiert, und jetzt ist es gelungen, ab 1.1.2021 tatsächlich so etwas wie 10 Prozent mehr auf die Fördersätze zu finanzieren und zu gewähren. Wir investieren in der Periode 2021 bis 2024 in Summe insgesamt 1,5 Milliarden Euro in den Fachhochschulsektor – so viel wie noch nie. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Meine letzte Anmerkung betrifft die außeruniversitäre Forschung: Da haben wir ein Plus von 340 Millionen Euro bis 2024. Sie erinnern sich, glaube ich, noch alle an die gut gestellte Frage von Hannes Androsch im Zusammenhang mit dem Forschungsfinanzierungsgesetz. Er hat, natürlich rein rhetorisch, immer gefragt, ob das Forschungsfinanzierungsgesetz eine Pralinenschachtel ist, die Pralinen enthält oder leer ist. Ich kann heute die Antwort geben: Ja, es ist eine Pralinenschachtel, aber wir haben auch Pralinen hineingelegt. Ich denke, dass das sehr wohlschmeckende Pralinen sind, denn wir können mit dem Budget ganz wichtige Impulse im Bereich der außeruniversitären Forschung leisten, die im FoFinaG, im Forschungsfinanzierungsgesetz, zusammengefasst sind.
Die Akademie der Wissenschaften plant ein Zentrum für Antisemitismusforschung, wir können gemeinsam mit dem Land Niederösterreich das IST Austria weiter ausbauen und das Institut sicherlich in der globalen Liga der Grundlagenforschungsinstitute festigen und etablieren. Wir können die LBG, die Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft, ausbauen und vielleicht stärker in Richtung klinische Forschung verankern, denn in der klinischen Forschung haben wir sicherlich Defizite. Wir haben den FWF und wir können den FWF mit mehr Mitteln bedenken und dieses Mehr an Mitteln auch für die Exzellenzinitiative verwenden.
Meine Damen und Herren, Sie merken vielleicht an meiner für Sie ungewohnten Emotionalität bei diesem Thema: Da ist ein ordentliches Budget geschnürt worden. Dies als visions- und ambitionslos zu bezeichnen, das geht mit den Zahlen nicht zusammen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
Ich habe die Hoffnung, dass wir die Pandemie überwinden werden, aber ich habe die Sicherheit, dass wir sinnvolle Initiativen für die Zukunftsfähigkeit Österreichs setzen werden, die UG 30 und 31 erlauben dies. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Strasser: Bravo!)
18.26
Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Andrea Kuntzl. – Bitte.
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Herr Bundesminister! Es ist für die Eltern oder Lehrer, die jetzt zuschauen und dieser Debatte folgen, sicher sehr enttäuschend, dass Sie die Gelegenheit nicht genutzt haben, um etwas zur aktuellen Situation an den Schulen zu sagen (Bundesminister Faßmann: Das ist die Budgetdebatte!), denn die
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