Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 560

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Es geht mir zum Beispiel auch darum, dass wir Mädchen und junge Frauen für Zukunfts­branchen, für Mint-Berufe begeistern, für Jobs in besser bezahlten Branchen, in denen sie eben besser verdienen und Karriere machen können. Wir haben großartige Frauen in unserem Land, die Vorbilder sind. Diese muss man vor den Vorhang holen, damit sie Mädchen Mut machen, einen anderen, neuen Weg einzuschlagen und auch neue Branchen zu erobern.

Zum Dritten, sehr geehrte Damen und Herren, geht es mir darum, die Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen in jedem Lebensalter zu fördern, vom Kindergarten über die Schule bis hin zu Frauen in höherem Alter. Einen wichtigen Schritt dazu setzen wir nun durch die Einführung des Frühstarterbonus bei den Pensionen – endlich ein System, das Frauen nicht mehr benachteiligt, endlich ein System, bei dem Pensionistinnen nicht mehr durch die Finger schauen. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)

Einen weiteren Schritt für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen in höherem Alter werden wir durch die Einführung des automatischen Pensionssplittings setzen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, die großartigen Frauen in unserem Land leisten in allen Bereichen des Lebens Enormes, in Coronazeiten und darüber hinaus, und dafür verdienen sie unsere Anerkennung, aber auch unsere Unterstützung auf allen Ebenen. Dafür trete ich als Frauenministerin ein. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Diese Aufgabe werde ich auch im kommenden Budgetjahr mit großer Freude wahrnehmen, und das jetzige Budget ist eine gute Basis dafür. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)

9.41


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Abgeordnete Deckenbacher ist zu Wort gemel­det. – Bitte.


9.42.07

Abgeordnete Mag. Romana Deckenbacher (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Hohes Haus! Liebe Zuseherinnen und Zuseher zu Hause! In den nächsten Tagen findet wieder die Kampagne 16 Tage gegen Gewalt an Frauen statt, nicht nur in Wien, sondern international, weltweit. (Die Rednerin hält eine überdimen­sionale Stopphand aus Karton in die Höhe, auf der auf der einen Seite „Stopp Gewalt!“ und auf der anderen Seite „Stopp Gewalt! In Wien.“ zu lesen ist.) Diese 16 Tage umfassen den Zeitraum von 25. November – das ist der Gedenktag für alle Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind – bis 10. Dezember, dem internationalen Tag der Men­schenrechte.

Gewalt an Frauen ist vor allem jetzt in dieser herausfordernden Zeit in vielen Familien leider traurige Realität. Bereits in diesem Jahr gab es diesbezüglich 36 000 Anzeigen und 16 Frauenmorde, und ich sage es hier immer wieder: Jeder einzelne Fall ist einer zu viel! Vor allem wissen wir, dass im häuslichen Bereich die Zahl der Gewaltopfer sehr hoch ist und mehr als 1 000 Wegweisungen in einem Monat die Folge waren.

Frau Brandstötter, wenn Sie sagen, wir reden und reden und reden, dann möchte ich Ihnen sagen: Unsere Bundesregierung setzt auch Maßnahmen – wichtige Maßnahmen im Kampf gegen die Gewalt! (Beifall bei ÖVP und Grünen.) So werden unsere Frau Bundesministerin Raab und unser Herr Innenminister Nehammer schon in der kom­men­den Woche einen Gewaltschutzgipfel abhalten (Zwischenruf der Abg. Brandstötter), bei dem es um höhere Investitionen in Gewaltschutzprojekte geht, Frau Brandstötter. Darüber hinaus wird auch die Zusammenarbeit mit dem Innenressort im Rahmen der Kampagne Gemeinsam sicher gegen Gewalt an Frauen intensiviert.

Seit dem Amtsantritt unserer Frau Bundesminister ist das Frauenbudget um mehr als 40 Prozent gestiegen, das Budget beträgt nun 14,6 Millionen Euro. Das ist die höchste


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