anschaut und durchliest, dann findet man im Vorwort der dortigen Frauenministerin Giffey Folgendes zu lesen: „Vaterschaft verändert sich: Väter heute haben ein neues Selbstverständnis. Sie wollen sich aktiv und auch im Alltag um ihre Kinder kümmern. Gerade junge Paare wollen auch als Eltern gleichberechtigt leben. Tatsächlich erziehen und betreuen Väter ihre Kinder heute mehr als sie es von ihren eigenen Vätern kennen. Sie wünschen sich vielfach noch mehr Zeit für die Familie“. (Abg. Heinisch-Hosek: Arbeitszeitverkürzung ...!)
Meine Damen und Herren, ich sage: Ja, das stimmt! Ich gehe jetzt davon aus, dass dieses Zitat kein Plagiat ist. Dieses Zitat ist jedenfalls gut und richtig.
Die Quintessenz ist für mich: Wir müssen die Familien, wir müssen die Menschen in ihren selbst gewählten Lebenswelten abholen und auch zur Kenntnis nehmen, dass manches von den Familien selbst bestimmt wird. Das bloße und alleinige Verteufeln von Teilzeitarbeit, der selbst gewählten Aufteilung von Arbeitszeit wird zu wenig sein. Wir müssen die Menschen dabei mit auf den Weg nehmen, ihnen Antwort geben können. Ich glaube, dass da auch noch eine ganz andere Qualität notwendig sein wird. Wir sind auf einem guten Weg, die Väterbeteiligung steigt, aber wir haben alles daran zu setzen, dass da noch mehr möglich ist. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
10.03
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordnete Kucharowits. – Bitte.
Abgeordnete Katharina Kucharowits (SPÖ): Herr Präsident! Frau Frauenministerin! Geschätzte Kollegen und Kolleginnen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Kollege Sieber, da haben sogar Sie schmunzeln müssen, als Sie gesagt haben, die ÖVP setzt sich für Chancengerechtigkeit ein. (Abg. Sieber: Ich schmunzle immer ...!) Das war köstlich, ein wirklich köstlicher Moment für uns. (Beifall bei der SPÖ.)
Ich möchte aber damit beginnen: Frau Ministerin, wir Frauen wollen ganz einfach nicht die Verliererinnen der Krise sein – und dürfen es auch nicht sein. Ganz offen gesprochen: Im Moment schaut es ein bissel so aus, denn: Wer schupft die Arbeit in den Spitälern, in den Pflegeeinrichtungen, in den Lebensmittelgeschäften, in den Schulen, in den Kindergärten, in der Carearbeit, im Homeoffice, im Homeschooling? – Das sind überwiegend Frauen. Wer hat in den letzten Monaten durch die Krise den Job verloren oder ist in Kurzarbeit? – Das sind auch überwiegend Frauen. Denken wir an die Tourismusbranche, denken wir an die Gastrobranche, denken wir aber zum Beispiel auch an die Flugbranche, in der wahnsinnig viele Frauen in Kurzarbeit sind. Dadurch oder aufgrund der Arbeitslosigkeit stecken diese ganz klar mit einem Bein in der Armut – und Sie tun nichts dagegen. (Beifall bei der SPÖ.)
Sie denken nämlich nicht darüber nach, das Arbeitslosengeld ganz einfach zu erhöhen, was dringend vonnöten ist – vor allem für Frauen. Sie denken auch nicht darüber nach, verkürzte Vollzeit auf die Füße zu bekommen, damit mehr Personen wieder Jobs haben. Über all das denken Sie leider nicht nach.
Besonders dramatisch ist die Situation aber für Alleinerzieherinnen. Ich glaube, es geht vielen hier im Raum so: Wir haben nicht nur einen Anruf bekommen, weil viele Alleinerzieherinnen einfach nicht mehr wissen, wie sie über die Runden kommen sollen, wie sie die Miete finanzieren sollen und wie sie ihr Kind ernähren können.
Ich frage Sie ganz ehrlich: Warum sollte eine Alleinerziehende für Ihr Budget stimmen? Was tut Ihr Budget für Alleinerziehende? – Die versprochene Unterhaltsgarantie, die im Übrigen 2017 – ich weiß, wir wiederholen uns – in einem TV-Auftritt von allen Fraktionen,
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