Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll62. Sitzung, 17. bis 19. November 2020 / Seite 568

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von allen Spitzenkandidaten und Spitzenkandidatinnen mit einem Taferl mit Ja sozu­sagen befürwortet wurde, gibt es bis heute nicht. Sie schauen noch immer durch die Finger.

Lassen Sie mich auch noch einen Satz zum Gewaltschutz sagen, weil das ganz, ganz zentral ist: Ja, es gibt eine Erhöhung. Sie wissen aber auch: Im Gewaltschutzbereich braucht es, um die Istanbulkonvention im umfassendsten Sinn umzusetzen, ganz ein­fach mehr Geld. Der Grevio-Bericht, das ist ein ExpertInnengremium auf Ebene des Europarates, sagt ganz klar: 210 Millionen Euro.

Da es auch immer wieder Thema ist und heute vonseiten Kollegin Pfurtscheller auch war: Ja, es ist ganz, ganz zentral, Hass im Netz im umfassendsten Sinn zu bekämpfen. Ich möchte aber ganz klar zum Ausdruck bringen: Es gibt in Ihrem Budget keinen Cent, um Gewalt im Netz zu bekämpfen (Zwischenruf der Abg. Disoski), um Präventionsarbeit zu leisten, um Sensibilisierungsarbeit zu leisten. Kollegin Disoski, Zara bekommt keinen Cent aus dem Frauenbudget. Das ist eine ganz, ganz wichtige Einrichtung im Kampf gegen Hass im Netz; diese bekommt nichts davon.

Abschließend möchte ich noch einmal betonen: Es ist ganz, ganz viel zu tun, Frau Ministerin. Sie lassen das leider an diesem Budget 2021 vorüberziehen. Frauen sind in der Krise Systemerhalterinnen, oftmals viel, viel schlechter bezahlt als die Männer. Wir haben nämlich noch immer nicht das ganze Stück des Kuchens und viele noch immer nicht die gleiche Bezahlung. Deshalb mein neuerlicher dringlicher Appell: Lassen Sie uns Frauen, Frau Ministerin, nicht die Verliererinnen der Krise sein! Tun Sie endlich etwas! (Beifall bei der SPÖ.)

10.07


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Saxinger. – Bitte. (Abg. Matznetter: Wie viele Männer hat die ÖVP ...?)


10.07.45

Abgeordneter Dr. Werner Saxinger, MSc (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Frau Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich starte mit einem Zitat von Frau Prof. Kautzky-Willer, die 2016 in Österreich Wissen­schaftlerin des Jahres war und seit 2010 Professorin für Gendermedizin an der Uni Wien ist: Die geschlechtsspezifische Medizin muss und wird ein integrativer Bestandteil der personalisierten Medizin in der Zukunft sein. – Zitatende.

Bei uns führt die geschlechtsspezifische Medizin, oder volkstümlich gesagt Gender­medizin, noch immer ein relatives Schattendasein – völlig zu Unrecht. Für unsere Frau­en­ministerin ist auch die Frauengesundheit sehr wichtig, und das wird auch im Budget abgebildet. Ein paar Zahlen, Daten und Fakten dazu (Abg. Kucher: ... alles beim Anschober!): Es ist bekannt – auch dir, lieber Philipp –, dass Frauen im Durchschnitt älter als Männer werden. Haben Sie aber gewusst, dass Frauen in Summe weniger gesunde Lebensjahre haben und fast doppelt so häufig an Medikamentenneben­wir­kungen leiden als Männer?

Die Medizin – ich sehe das tagtäglich auch bei mir – wird weiblich, die Frauenquote steigt laufend. 2019 waren 62 Prozent der Teilnehmer des Medizinaufnahmetests Frauen. Das heißt: Fast zwei Drittel der kommenden Mediziner sind Frauen. Also, liebe Männer, warm anziehen: Die Zukunft in der Medizin – und nicht nur in der Medizin – wird weiblich!

Ohne klischeehaft denken zu wollen: Frauen behandeln oft ganzheitlicher und nehmen sich oftmals mehr Zeit für ein Patientengespräch. Ein weiteres Beispiel: Woran denken Sie, wenn Sie plötzlich Brustschmerzen links mit Ausstrahlung in den linken Arm haben? – Richtig, an einen Herzinfarkt. Aber: Frauen zeigen auch Symptome, die von Übelkeit bis zu Schlafstörungen und Müdigkeit reichen. In der Folge versterben Frauen


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