Herr Kollege Stöger, Herr Kollege Loacker – etwas gegen die Bauern haben. Es sind nämlich sie, die dafür sorgen, dass der Tisch gedeckt ist. Ich habe für mich nur eine Erklärung für dieses Bauernbashing gefunden: Ihnen wurde wahrscheinlich die Mitgliedschaft im Bauernbund verwehrt, und deswegen sind Sie ein bisschen beleidigt. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Herr Kollege Loacker hört mir gar nicht zu! Herr Kollege Loacker, dich habe ich angesprochen, und du hörst mir gar nicht zu! Ich habe einen guten Draht zum Präsidenten des Bauernbunds, und wenn du möchtest, kann ich dafür sorgen, dass du eine Mitgliedschaft bekommst. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Loacker – beide Daumen in die Höhe haltend –: Und ich bin automatisch in der Bundesleitung als Abgeordneter!) – Super!
Nun zu den Gemeinden: Als Bürgermeisterin ist für mich wichtig zu erwähnen, dass das kommunale Investitionspaket gut angenommen wird. Mit Stand Ende Oktober sind bereits 144 Millionen Euro an 611 Gemeinden ausbezahlt worden. Natürlich wurden noch nicht alle Gelder abgeholt, weil die Projekte oft erst nächstes Jahr angegangen werden. Für meine Gemeinde habe ich das Geld auch noch nicht abgeholt, weil unser Projekt auch erst nächstes Jahr startet. Ich habe mit sehr vielen Bürgermeistern gesprochen, und kein einziger hat darüber geklagt, dass die Gelder nicht abgeholt werden können, im Gegenteil: 1 133 Projekte mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 740 Millionen Euro wurden unterstützt.
Ja, natürlich wird den Gemeinden nächstes Jahr das Geld fehlen. Der Bund kann nicht alle Ausgaben alleine stemmen. Da gebe ich dir recht, Herr Kollege Loacker: Dabei müssen alle Gebietskörperschaften zusammenhelfen. Der Herr Finanzminister steht diesbezüglich natürlich in regem Austausch mit dem Gemeindebund.
Ich möchte noch einmal betonen, dass ich fest davon überzeugt bin, dass wir gut durch diese Krise kommen werden. Wir werden diese Krise wirklich gut meistern, aber wir müssen zusammenhalten: Kaufen wir alle regionale Lebensmittel bei unseren Bäuerinnen und Bauern, kaufen wir unsere Weihnachtsgeschenke in den Onlineshops unserer heimischen Betriebe und hoffentlich im Dezember dann in den Geschäften! (Beifall bei der ÖVP.) Bestellen wir unser Essen bei den Wirten im Ort oder um die Ecke, und gehen wir essen, wenn das wieder möglich ist! Wenn es dann wieder möglich ist: Machen wir Urlaub in Österreich, unterstützen wir unseren heimischen Tourismus! Helfen wir einander, für uns alle, für unser Österreich! – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
17.03
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Köllner. – Bitte.
Abgeordneter Maximilian Köllner, MA (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Finanzminister! Ich bitte Sie um 2, 3 Minuten Ihrer Aufmerksamkeit – nicht mir zuliebe, sondern um sich zu Herzen zu nehmen, was ich Ihnen jetzt vorlese –: Ich versuche, meinen Beitrag zur Bewältigung der Pandemie zu leisten, so gut ich kann, aber das, was meine Branche und somit auch mein Büro gegenwärtig ertragen müssen, ist einfach zu viel verlangt. Jede Krise – Naturkatastrophen, Terror, Krieg, Wirtschaftskrisen – haben wir bislang aus eigener Kraft gemeistert, aber die Covid-19-Krise können wir nicht mehr selbst stemmen. – Zitatende.
Diese und weitere Worte, Herr Finanzminister, haben mich von einer Frau ereilt, die verzweifelt ist. Ich rede vom Schicksal einer Frau, das exemplarisch für eine Branche mit etwa 2 500 Betrieben und 10 000 Arbeitsplätzen steht. Es geht um eine Branche, die für die wohl schönsten Tage im Jahr und damit für Glücksgefühle bei uns allen sorgt,
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