Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll71. Sitzung, 11. Dezember 2020 / Seite 235

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Was passt am Ende besser, als zu sagen, dass ich im Übrigen dafür bin, dass die Win­disch-Kaserne in Richard-Wadani-Kaserne umbenannt werden soll? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)

15.13


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Troch. – Bitte.


15.13.21

Abgeordneter Dr. Harald Troch (SPÖ): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Sehr geehrte Damen und Herren! Es geht um ein neues Abkommen zwischen Österreich und Israel. Dieses neue Abkommen fußt auf einer Gemeinsamkeit, allerdings einer sehr, sehr traurigen Gemeinsamkeit, auf dem Holocaust, auf den Erfahrungen der Shoah, auf den schlimmen Erfahrungen des Nationalsozialismus. Das ist eine Gemeinsamkeit, die Ös­terreich, Deutschland und Israel natürlich in schrecklicher Weise verbindet.

Es geht um die Nutzung von Archivdaten, vom Österreichischen Staatsarchiv und der Mauthausen-Gedenkstätte einerseits und Yad Vashem andererseits. Vielfach ist ja die Opfer-Täter-Forschung, die es in Yad Vashem gibt, bekannt, aber es gibt da auch eine andere spannende Geschichte: Auf diesem dunklen, auf diesem finsteren Himmel der gemeinsamen Geschichte gibt es auch Lichter, und eines der Lichter ist, dass in Yad Vashem natürlich auch jenen Helden gedacht wird, die Helfer waren, aber nicht Helfer des Nationalsozialismus – davon hat es ja sehr viele gegeben –, sondern Helfer der ver­folgten Jüdinnen und Juden, den Gerechten unter den Völkern.

Das ist etwas, das auch unserer eigenen Geschichte etwas Hoffnung gibt, dass es nicht nur die Mitläufer und die Mittäter gegeben hat, sondern auch jene Österreicherinnen und Österreicher und jene Menschen in anderen Ländern, die Juden und Jüdinnen unter Bedrohung des eigenen Lebens geholfen haben. Es war ja streng verboten und mit ho­her Strafe versehen, Juden und Jüdinnen zu Hause als sogenannte U-Boote zu verste­cken.

Das heißt, es werden gleichzeitig maximal vier israelische Forscher in Österreich und vier österreichische Forscher in Israel tätig sein, um Archivmaterialien zu digitalisieren und gemeinsam nutzbar zu machen. Ich möchte aber sagen, es geht nicht nur oder es darf nicht nur um Archivmaterialien gehen, sondern es geht auch um Menschen. Es gibt immer noch Überlebende des Holocaust, das ist die aussterbende Generation der Zeit­zeugen und Zeitzeuginnen.

Da macht der der Republik Österreich eine großartige Arbeit, die unserer Unterstützung bedarf. Gerade in Zeiten von Corona sind Menschen, die im Nationalsozialismus mitun­ter bis zu vier Jahre kein Tageslicht gesehen haben, eingesperrt und leiden besonders. Das heißt, es gilt Augenmerk auf jene Überlebenden und Verfolgten zu legen, dass man diesen Menschen, die natürlich auch durch Corona bedroht sind – das sind sehr betagte Menschen –, entsprechend hilft. Auch in diesem Bereich hat Österreich eine hohe Ver­pflichtung, der der Nationalfonds der Republik Österreich in wunderbarer Weise nach­kommt. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abge­ordneten El-Nagashi und Meinl-Reisinger.)

15.16


Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Lausch. – Bitte.


15.16.21

Abgeordneter Christian Lausch (FPÖ): Herr Präsident! Frau Staatssekretär! Ge­schätzte Damen und Herren! Ganz kurz auf das Übereinkommen des Europarates über die Gemeinschaftsproduktion von Kinofilmen eingehend: Ja, wir werden dem zustim­men. Wir finden es eigentlich auch sehr gut, wenn Gemeinschaftsproduktionen gemacht


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