Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll71. Sitzung, 11. Dezember 2020 / Seite 286

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Volkshochschule Ottakring ein einjähriges Studium angeboten hat, das mit dem Master of Advanced Studies abgeschlossen hat. Das war international gar kein anerkannter Ti­tel, nur national, aber alle haben mit einem Master abgeschlossen.

Hin und wieder also wieder Mindeststandards einzuführen – es sind nun wieder Entwick­lungen ins Land gegangen –, wenn man den Markt beobachtet und sich etwas entwi­ckelt, ist grundsätzlich positiv. Weiterbildung hat Sinn, macht Sinn, daher werden wir diese Initiative auch gerne mittragen. Wir hoffen, dass das im nächsten Jahr oder in den nächsten 18 Monaten zum Abschluss kommen wird.

Die zweite Materie, die da mitbehandelt wird, betrifft einen Antrag, den wir eingebracht haben, nämlich die Stärkung des Senats durch Stärkung der Professorenschaft. Das passt nicht unbedingt dazu, aber die Debatte in den nächsten Punkten ist sowieso eine allgemeine. Es ist uns dabei darum gegangen, dass wir in der sich offensichtlich verän­dernden Universitätsorganisationslandschaft den Senat stärken, der ja auch etwas zu­gunsten der Rektorate, sage ich jetzt einmal untechnisch, entmachtet beziehungsweise anders positioniert werden soll. Wir glauben eben, dass bei der Zusammenführung von Kompetenz und Verantwortung dort, wo es in akademischen Fragen Sinn macht, der Senat insofern gestärkt gehört, dass dort die Professorenschaft mehr Gewicht hat und nicht nur gleichteilig mit anderen Vertretern im Senat.

Dazu haben wir diese Initiative gestartet, das wird uns noch begleiten. Es geht mit den Grünen offensichtlich in die andere Richtung. Kompetenz und Verantwortung zusam­menzuführen dürfte offensichtlich nicht das sein, was Sie anstreben, ebenso wie auf­seiten der Grünen Verwaltungskosten einzusparen. Daher möchte ich auch noch einmal betonen, dass es unbedingt notwendig ist, nicht nur darüber nachzudenken, sondern in Wien die Akademie der bildenden Künste und die Universität für angewandte Kunst zusammenzulegen, um Verwaltungskosten einzusparen und das eingesparte Geld schlussendlich den Studierenden zugutekommen zu lassen. Wehren Sie sich nicht ge­gen diese gute Initiative, sondern versuchen Sie mit uns, diesbezüglich das Beste he­rauszuholen! – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)

18.19


Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Eva Blimlinger. – Bitte.


18.19.12

Abgeordnete Mag. Eva Blimlinger (Grüne): Wiewohl das nicht Gegenstand der De­batte ist, aber weil Abgeordneter Graf das heute schon zwei Mal erwähnt hat: Gerne, ich glaube, wir könnten viel Geld sparen, wenn wir die FPÖ-Uniräte abberufen und dort gescheite Leute hinsetzen. Das wäre viel besser, aber das geht nicht so einfach. Sie werden es nicht glauben, aber Zusammenlegungen kosten zunächst einmal Geld und ersparen kein Geld, und die Akademie und die Angewandte werden, soweit ich das sehe und soweit ich irgendetwas dazu tun kann, sicherlich nie zusammengelegt werden.

Aber nun zur Weiterbildung: Uns ist das ein besonderes Anliegen, und vor allen Dingen aus zwei Gründen: einerseits für einen wirklich erhöhten Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten und andererseits als gute, ideale Möglichkeit der Durchlässigkeit von Studien und auch deren Anerkennung.

Ein Punkt im UG wird ja sein, dass bei schulischen und außerschulischen Qualifika­tionen, beruflichen und außerberuflichen Qualifikationen bis zu 60 ECTS-Punkte aner­kannt werden könnten. Das kann natürlich mit der Einführung eines Bachelor Profes­sional und eines Master Professional genau diese Durchlässigkeit fördern, das kann in diesem Weiterbildungsmaster oder Weiterbildungsbachelor drinnen sein. Es muss sozu­sagen für die Konsumentinnen, Konsumenten klar sein, was sie für ihren Titel, für das, was sie machen, kriegen. Es wird eine standardisierte ECTS-Zahl und eine Vereinheitli­chung der Titel sein. Wir leben in einem Land, in dem alle gerne Titel haben. Um da eine


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