die mit Angst, Wut, Traurigkeit, mit vielen Emotionen verbunden sind, mit starker Verletzlichkeit aller, mit Überforderung und auch mit einem Gefühl der Hoffnungslosigkeit.
Es geht um Schuld, es geht aber auch um Entlastung. Es geht um Verabschiedung. Es geht um letzte Wünsche. Es geht um das Ermöglichen schöner, vielleicht sogar glücklicher verbleibender Stunden, es geht aber auch um ein Durchatmen der Eltern, der Pflegenden, und es geht um die Geschwister, die nicht zu kurz kommen sollen. Es geht um Schmerztherapie, es geht um Schmerzfreiheit, es geht um medizinische Versorgung, um Pflege und um vieles mehr. Wir brauchen da weitere Angebote!
Es gibt viele ehrenamtlich Engagierte und auch über Sponsoren finanzierte Projekte, die aber leider nicht in der Regelfinanzierung sind – und darum geht es speziell: dass wir es schaffen, sie in die Regelfinanzierung zu übernehmen. Und, meine Damen und Herren, wir brauchen auch mehr Ausbildung in dem Bereich, wir brauchen bessere Helferkonferenzen, bessere Schnittstellen und vieles mehr.
Familien fühlen sich, wenn sie in so eine Situation kommen, zu Recht oft alleine gelassen. Da müssen wir ansetzen. Familien, die in eine so schmerzliche Situation geraten, bei der die Welt für sie stehen bleibt, brauchen all unsere Begleitung, all unsere Unterstützung und auch psychotherapeutische Begleitung. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass psychotherapeutische Interventionen da sinnvoll, wertvoll und entlastend sind, Schmerz lindern können und dem Tod etwas entgegensetzen.
Es ist eine hochemotionale Arbeit, von deren Sinnhaftigkeit ich zutiefst überzeugt bin. Daher, meine Damen und Herren, gilt es, alles zu tun, um im Rahmen der Pflegereform auch die Palliativ- und Hospizarbeit speziell für Kinder und Jugendliche auf hohem Standard zu sichern. Ich danke für dieses Miteinander. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Grünen.)
21.43
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordnete Petra Wimmer. – Bitte.
Abgeordnete Petra Wimmer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Geschätzte Damen und Herren! Ich hatte letzte Woche die Möglichkeit, in meiner Heimatstadt Wels einen Verein, der sich Rollende Engel nennt, zu besuchen. Ich weiß nicht, ob Sie den Verein kennen. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, schwer kranken Menschen einen allerletzten Wunsch zu erfüllen. Die ehrenamtlichen HelferInnen in diesem Verein hatten bei der Vereinsgründung die wunderbare Idee, wenn Menschen am Ende ihres Lebens noch einmal einen bestimmten Ort aufsuchen wollen, noch einmal in ein Konzert gehen wollen, vielleicht noch einmal ein Fußballspiel sehen wollen – was sich der Mensch eben wünscht –, ihnen diesen Wunsch zu erfüllen. Dafür wurde ein Fahrzeug angeschafft, es wurde entsprechend umgebaut und mit dem medizinischen Equipment ausgestattet, um wirklich schwer kranken Menschen das zu ermöglichen.
Was denken Sie, was im heurigen Jahr der meistgewünschte Wunsch war? Frau Ministerin, haben Sie eine Idee? (Bundesministerin Aschbacher: Ich weiß es nicht!) – Sie wissen es nicht, aber Sie können es sich wahrscheinlich denken: Die meisten Menschen im heurigen Jahr, im Coronajahr, wollten einfach noch einmal nach Hause, um sich von ihrer Familie zu verabschieden. Das hat gezeigt, dass die großen Einschränkungen in der Coronakrise auch dazu geführt haben, dass Menschen im Sterben alleine waren, nicht zu ihrer Familie und keinen Besuch bekommen konnten. Daran sieht man, wie wichtig es ist, noch einmal die Freunde zu sehen, die Familie oder sein Zuhause. Das ist wichtig für die Menschen am Ende des Lebens, und es ist auch wichtig für die Angehörigen und Freunde.
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