diese Fehler reagiert. Deshalb bitte ich Sie nur um eines – das haben zwar nicht Sie gesagt, sondern Ihr Gesundheitsminister, aber es gilt für die gesamte Regierung –: Sagt nicht zu den Menschen in Österreich, sie sollen sich zusammenreißen! Reißt euch selber ein bisserl zusammen, dann wird es für die Zukunft vielleicht helfen! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
17.34
Präsident Ing. Norbert Hofer: Frau Abgeordnete Mag.a Meri Disoski ist die nächste Rednerin. – Bitte schön, Frau Abgeordnete.
Abgeordnete Mag. Meri Disoski (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Werte Kolleginnen und Kollegen! Kollege Leichtfried, ich weiß nicht, ob du Erinnerungslücken hast, aber ich glaube, an der Abschaffung der Erbschaftssteuer und Vermögensteuer wart ihr nicht ganz unbeteiligt, an der Kürzung der AMS-Gelder genauso nicht. (Beifall bei den Grünen.) Ich helfe dir aber gern dabei, dich daran zu erinnern. (Zwischenruf des Abg. Leichtfried.)
Herr Kickl, ich habe die heute von Ihnen hier eingebrachte, neun Seiten umfassende Dringliche als studierte Sprach- und Literaturwissenschafterin mit einem, sagen wir einmal, professionellen Interesse gelesen. Kommen wir zuerst zum Titel: „Freiheit und Selbstbestimmung statt Massentest und Hausarrest“ (Abg. Wurm: Der ist gut, gell?) – schlecht gereimt, okay. Freiheit und Selbstbestimmung stellen Sie da in einer, nehme ich an, antithetischen Intention Massentests und Hausarrest gegenüber. Offensichtlich liegt es nicht so ganz im Rahmen Ihres Denkhorizontes, es ist für Ihre Partei nicht vorstellbar, dass Menschen freiwillig und selbstbestimmt zum Coronatest gehen, so wie ich das zum Beispiel tue (Beifall bei Grünen und ÖVP – Abg. Kickl: Um die geht’s ja nicht! Um die geht’s ja nicht! Es geht ja um die anderen!) – freiwillig und selbstbestimmt, so wie ich das tue und so wie viele hier das tun, zu meinem Schutz, zu unser aller Schutz, zum Schutz jener Menschen, die wir gernhaben, aus Verantwortungsgefühl, aus Solidaritätsgefühl. Was für ein Gedanke, Herr Kickl! Stellen Sie sich das vor: freiwillig und selbstbestimmt zum Coronatest! Das können Sie probieren, dauert nicht lang (Zwischenruf des Abg. Kickl), ist schnell erledigt, tut nicht weh, ein bissel unangenehm ist es, aber kann im Ernstfall Leben retten. (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Herr Kickl, ich habe Ihre Dringliche Anfrage auch deshalb mit einem gewissen literaturwissenschaftlichen Interesse gelesen, weil sie voller Mutmaßungen, voller Fakenews, Polemik und falscher Behauptungen ist. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch.) Es handelt sich hierbei, wenn man in der literaturwissenschaftlichen Diktion bleiben möchte, um ein fiktionales Werk, ein frei erfundenes Werk, das mit der Realität kaum etwas zu tun hat.
Was machen Sie mit dieser Dringlichen Anfrage? – Sie verharmlosen auf eine unglaublich verantwortungsvolle Art und Weise eine globale Pandemie (Abg. Kickl: Verantwortungsvoll!), die bisher weltweit knapp zwei Millionen Menschen das Leben gekostet hat (Abg. Kickl: Verantwortungsvoll hat gepasst! Da ist Freud mit Ihnen durchgegangen!), zwei Millionen Menschen, mittlerweile auch in Österreich über 5 000 Todesopfer. (Abg. Hafenecker: Das kommt davon, wenn man es aufschreibt und nicht frei sprechen kann!) Was machen Sie? – Sie gehen her und schreiben neun Seiten lang Verharmlosungsrhetorik. Sie verharmlosen die größte Gesundheitskrise seit 100 Jahren und kritisieren im selben Atemzug die Bundesregierung für die Umsetzung genau jener Maßnahmen, die Sie vor ein paar Monaten selber noch gefordert haben. (Abg. Kickl: Wir haben dazugelernt! ... die ganze Welt hat dazugelernt!)
Ich habe mir das angeschaut. Damals haben Sie – Zitat – „harte Maßnahmen“ gefordert, um das „exponentielle“ Wachstum der „Neuinfektionen“ zu bremsen; konkret haben Sie
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