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Projekt Demokratiebildung

Wie kann Demokratie am wirkungsvollsten vermittelt werden? Dieser Frage widmet sich das österreichische Parlament mit dem Projekt Demokratiebildung.

Das österreichische Parlament soll verstärkt als Ort der Be­gegnung für jeden Mitbürger und jede Mitbürgerin eta­b­liert werden.

Was motiviert unterschiedliche Altersgruppen zu einem Be­such im Parlament? Wie kann die Beziehung zum und die Iden­ti­fi­kation mit dem Parlament gestaltet und ge­för­dert werden?

Verschiedene InteressensvertreterInnen so­wie Experten und Expertinnen diskutierten in Workshops – sog. "Clustergruppen" – zielgruppenspezifisch über Erwar­tung­en, Anreize und Verständnis für De­mo­kra­tie­bildung.

Weitere Anregungen wurden mittels Crowdsourcing erhoben. Über eine Online-Plattform konnten inter­es­sierte BürgerInnen in der Zeit von 6. Mai bis 14. Juni 2019 Vorschläge abgeben, wie Demokratie am wirkungsvollsten vermittelt werden kann.

Ergebnisse der "Clustergruppen"

In „Clustergruppen“ diskutierten Bildungsexperten und -expertinnen zielgruppenspezifisch über das Verständnis für den demokratischen Prozess, Konzepte für Demokratievermittlung und den Bedarf an De­mo­kra­tie­bil­dung. Wissenschaftlich begleitet wurde der Prozess von Univ. Prof. Dr. Dirk Lange, Professor für Di­dak­tik der politischen Bildung am Zentrum für LehrerInnenbildung der Universität Wien.

Erste Ergebnisse:

  • Die bestehenden Formate der Demokratiebildung des Parlaments (z. B. die Demokratiewerkstatt oder das mobile Angebot "Demokratie in Bewegung") werden als didaktisch wertvoll wahrgenommen.
  • Im Bereich der Inklusion und virtueller Angebote gibt es Verbesserungspotenzial.
  • Die Reichweite der parlamentarischen Demokratiebildung sollte ausgebaut und die Möglichkeiten zur Partizipation am demokratischen Prozess sollten erhöht werden.
  • Mögliche Formate und Handlungsfelder sollten sich je Zielgruppe ans ortsgebundenen, mobilen, virtuellen und haptischen Optionen orientieren.

Ergebnisse des "Crowdsourcings"

Mehr als 840 BürgerInnen nahmen in der Zeit von 6. Mai bis 14. Juni 2019 am Crowdsourcing teil und machten über 130 konkrete Vorschläge. Aus diesen wurden neun Erkenntnisse erarbeitet:

  1. Bildung als Hebel für eine demokratische Gesellschaft – Das Wissen über Demokratie ist ein elementarer Bestandteil, um aus jungen Menschen Demokraten und Demokratinnen zu machen. Ihre Vermittlung sollte möglichst früh erfolgen.
  2. Lebenslanges Lernen: Demokratievermittlung für alle Generationen – Demokratie lebt davon, dass alle gesellschaftlichen Gruppen ihr Demokratieverständnis ausbilden und es aktiv vermitteln. Gefestigtes demokratisches Bewusstsein entspringt einem lebenslangen Prozess.
  3. Medienkompetenz – Die Fähigkeit der BürgerInnen Informationen aufzunehmen, zu filtern und kritisch zu hinterfragen ist entscheidend, um rationale, auf Fakten beruhende Meinungen auszubilden und eine aktive Rolle in der Demokratie einzunehmen.
  4. Angebote der Demokratievermittlung ausbauen – Neue analoge und digitale Formen der Demokratievermittlung durch das Parlament sollen weiterentwickelt werden. Vielversprechend sind auch zielgruppenspezifische Angebote, Kooperationen mit anderen Institutionen und neue Kommunikationsformen.
  5. Das Parlament on Tour – Um stärker zur demokratischen Bildung im ganzen Land beizutragen, könnte das Parlament in Person von ParlamentsmitarbeiterInnen oder Nationalratsabgeordneten, Schulen und Marktplätze mit Gesprächsrunden, Workshops, oder Wanderausstellungen besuchen.
  6. Neue Formen & Möglichkeiten für Partizipation – Instrumente von direkter Demokratie, digitale Beteiligungsmöglichkeiten, aber auch demokratische Prozesse in Schulen oder Nachbarschaften können das Demokratieverständnis schärfen.
  7. Berührungspunkte mit unseren demokratischen Institutionen schaffen – Um Demokratie erlebbar zu machen, braucht es Begegnung mit den Orten der österreichischen Demokratie und den handelnden Personen.
  8. Demokratieverständnis durch Transparenz – Die Digitalisierung erleichtert es, demokratische Strukturen, Gesetzgebungsprozesse oder das Stimmverhalten von Abgeordneten für BürgerInnen besser nachvollziehbar zu machen.
  9. Demokratische Kultur pflegen & vorleben – Gute Umgangsformen von MandatarInnen und politischen Führungsfiguren untereinander sowie der Respekt vor zivilgesellschaftlichen Aktionen und Meinungen fördern Vertrauen in die Demokratie.

Weitere Schritte

Auf Basis des Abschlussberichts und der erschlossenen Handlungsfelder werden nun weitere Schritte für die Umsetzung künftiger Projektoptionen gesetzt.

Kontakt: projekt-demokratiebildung@parlament.gv.at