News 30.09.2026, 09:21
50 Jahre Volksgruppengesetz

Autorinnen diskutieren über Sprache und Schutz von Minderheiten

Beim letzten Teil der Veranstaltungsreihe "Literatur am Ring" zu 50 Jahren Volksgruppengesetz standen die slowakische und die ungarische Volksgruppe im Mittelpunkt.

Unter dem Titel "Schöne Worte | Szép szavak | Pekné slová"." fand anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Beschlusses des Volksgruppengesetzes die letzte von drei Veranstaltungen der Reihe "Literatur am Ring" im Parlament statt. Bei diesem Abschluss wurden zwei der sechs autochthonen Volksgruppen – konkret die slowakische und die ungarische – in den Mittelpunkt gerückt. Nationalratspräsident Walter Rosenkranz hob in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung "schöner Worte" als Ausgangspunkt für Entwicklungen hervor. Vladimír Mlynár, Vorsitzender im Volksgruppenbeirat für die slowakische Volksgruppe, und Attila Somogyi, Vorsitzender im Volksgruppenbeirat für die ungarische Volksgruppe, betonten die Rolle des Spracherwerbs und legten ihre Vorstellungen für Verbesserungen in diesem Bereich dar.

Am Podium diskutierten die drei Autorinnen Didi Drobna, Kerstin Istvanits und Jaqueline Scheiber über ihre Erfahrungen und die Rolle sowie die Bedeutung von Sprache.

Podiumsdiskussion über die Rolle von Sprache 

Die Schriftstellerin Didi Drobna erzählte von den nicht immer einfachen Herausforderungen von ihr und ihrer Familie in Wien, nach der Auswanderung aus der Slowakei, Fuß zu fassen. Die deutsche Sprache war für sie der Schlüssel für das Ankommen. In der Familie habe sie dadurch eine hohe Verantwortung als Übersetzerin und Brückenbauerin gehabt.

Für sie habe Ungarisch die längste Zeit nur eine Rolle als Sprache innerhalb ihrer Familie gespielt und erst als Erwachsene habe sie zunehmend erkannt, welche Türen diese für sie öffnen kann, erklärte die Autorin Jaqueline Scheiber.

Sprache sei etwas sehr persönliches und eng mit der eigenen Identität verbunden, betonte die Lehrerin, Literaturwissenschaftlerin und Autorin Kerstin Istvanits. Sie sei in einem Umfeld aufgewachsen, wo die Verwendung mehrerer Sprachen sehr üblich war. Die ungarische Sprache sei auch in der Schule gefördert worden.