News 25.10.2023, 14:42

Budget: Regierung schlägt zahlreiche begleitende Gesetzesänderungen vor

Gemeinsam mit dem Budgetentwurf für 2024 hat die Regierung ein umfangreiches Gesetzespaket vorgelegt, das ein ganzes Bündel budgetbegleitender Maßnahmen enthält. Insgesamt werden 27 Gesetze geändert und vier neue geschaffen.

Unter anderem planen die Koalitionsparteien, die Fördermittel für den Umstieg auf klimafreundliche Heizanlagen und für klimafitte Wälder deutlich anzuheben, 100 zusätzliche ärztliche Kassenstellen zu finanzieren und den Arbeitslosenversicherungsbeitrag um insgesamt 0,1 Prozentpunkte zu senken. Außerdem sollen klinisch-psychologische Behandlungen künftig über die Krankenkassen abgerechnet werden können und Photovoltaikanlagen unter bestimmten Voraussetzungen von der Umsatzsteuer befreit werden.

Mit einem eigenen Gesetz will die Regierung die vollständige Rehabilitierung und Entschädigung von in der Zweiten Republik wegen einvernehmlicher gleichgeschlechtlicher Sexualkontakte strafrechtlich verfolgter bzw. verurteilter Personen regeln. Ebenso sind zusätzliche Budgetmittel für die Bundestheater, die Bundesmuseen und Einrichtungen wie das Umweltbundesamt und die AGES vorgesehen. Erstmals soll auch die Spanische Hofreitschule eine fixe Basisfinanzierung erhalten. Weitere Vorhaben betreffen u.a. die Sanierung und Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Gusen, die Erhöhung der Altlastensanierungsbeiträge und eine Aufstockung der Bundeshaftungen für AWS-Garantien.

Ausschussberatungen am 10. November

Der Budgetausschuss wird am 10. November über das Gesetz beraten. An diesem Tag starten auch die eigentlichen Verhandlungen über den Budgetentwurf 2024. Zum Auftakt wird es traditionsgemäß wieder ein Expert:innen-Hearing geben.

Vor der Zuweisung an den Budgetausschuss hat der Nationalrat den von Finanzminister Magnus Brunner präsentierten Bundesvoranschlag einer ersten Bewertung unterzogen. Während Vertreter:innen der Koalition Investitionen etwa in Klimaschutz und den Standort Österreich als positiv hervorstrichen, kam von der Opposition Kritik insbesondere am hohen Defizit. Das Finanzministerium geht für das kommende Jahr von Einnahmen in der Höhe von 102,6 Mrd. € und Ausgaben von 123,5 Mrd. € aus. Das ergibt in Summe ein Defizit von 20,9 Mrd. €. Mit einem Abgang von 2,7 % des BIP wird die 3 %-Maastricht-Grenze wieder eingehalten. Die öffentliche Schuldenquote soll bis Ende 2027 stabil bis rückläufig unter 77 % des BIP bleiben.