News 15.10.2026, 20:04
Sitzung am 15. Oktober

Einkommen der landwirtschaftlichen Betriebe gestiegen

Die FPÖ hat zudem eine Dringliche Anfrage mit dem Titel "Ist diese Bundesregierung noch handlungsfähig?" eingebracht. Ihr Misstrauensantrag fand keine Mehrheit.

Der zweite Sitzungstag des Oktoberplenums startete mit einer Fragestunde mit Innenminister Gerhard Karner. Beim Thema Asyl sah Karner die Regierung angesichts rückläufiger Asylzahlen auf dem richtigen Weg. Bis Ende des Jahres soll es zumindest ein Land außerhalb der EU geben, mit dem Österreich in die Umsetzung von Rückkehrzentren oder Asylverfahren gehen könne. Zum geplanten Verbot des politischen Islams verwies er auf die noch laufende Abstimmung mit den Koalitionspartnern, es seien hier mehrere Gesetze betroffen, etwa im Bereich Vereins- und Versammlungsrecht.

Karner verteidigte zudem das neue Polizei-Dienstzeitmodell, mit dem die Dienstpläne der Polizei vereinheitlicht werden sollen und das wegen befürchteter Einkommensverluste in der Kritik steht. Es werde derzeit in fünf Pilotregionen getestet, weitere Nachbesserungen schließe Karner jedoch nicht aus.

Innenminister Gerhard Karner hat sich zum Auftakt der Sitzung mehr als eineinhalb Stunden lang den Fragen der Abgeordneten gestellt.

Grüner Bericht: Einkommensverluste durch Dürre erwartet

Auf Verlangen der ÖVP diskutierte der Nationalrat den "Grünen Bericht 2026" zur Lage der Land- und Forstwirtschaft. Demnach sind die Einkommen der landwirtschaftlichen Betriebe im vergangenen Jahr um 18 Prozent gestiegen, bei Bergbauernbetrieben um 31 Prozent und bei Biobetrieben um 27 Prozent. Für heuer zeichnet sich wegen der anhaltenden Dürre und hoher Betriebsmittelkosten allerdings ein Rückgang ab.

Die Einkommen der Landwirtschaft sind 2025 deutlich gestiegen - für heuer wird aufgrund der Dürre ein Rückgang erwartet.

Hitzige Debatte rund um Misstrauensantrag

Am Nachmittag gelangte schließlich eine Dringliche Anfrage der FPÖ zum Aufruf, die sich an Bundeskanzler Christian Stocker richtete. Ihr Titel: "Ist diese Bundesregierung noch handlungsfähig?" In seinem Redebeitrag kritisierte FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl am Nachmittag im Nationalrat die aus seiner Sicht "teuerste, aufgeblasenste, unfähigste und unbeliebteste Regierung aller Zeiten". Einen im Zuge der Debatte eingebrachten Misstrauensantrag gegen die Dreierkoalition begründete Kickl folgendermaßen: "Es ist vorbei, räumen Sie das Feld, lassen Sie uns in Ruhe."

Die Regierung warf der FPÖ Polemik vor. Es wäre Zeitverschwendung, würde bei solch einer Dringlichen Anfrage die ganze Regierung sitzen, so ÖVP-Klubobmann Ernst Gödl. SPÖ-Klubobmann Philip Kucher thematisierte früheres "Scheitern" der Freiheitlichen in Regierungen: "Ihr habt immer wieder bewiesen – wenn ihr dabei wart –, dass ihr es nicht könnt." Für NEOS-Klubobmann Yannick Shetty ist Kickl "der faulste Abgeordnete im ganzen Hohen Haus" und Sigrid Maurer, stellvertretende Klubobfrau der Grünen, warf der FPÖ vor, dass diese nur das Misstrauen gegen das demokratische System befeuern wolle. Der Misstrauensantrag fand keine Mehrheit.

Im Nationalrat brachte die FPÖ einen Misstrauensantrag gegen die Bundesregierung ein.

Tourismusbericht: Neuer Nächtigungsrekord

Mit 157,3 Millionen Nächtigungen gab es im Vorjahr laut dem von der Regierung vorgelegten Bericht "Tourismus in Österreich 2025" einen neuen Höchstwert. Die Wertschöpfung der Branche lag 2025 bei 33,1 Milliarden Euro, das sind rund 6,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Für viele Betriebe bleibt die wirtschaftliche Lage laut Bericht trotzdem herausfordernd.

Auf der Tagesordnung standen außerdem:

Immunität: Auslieferungsbegehren zu Kickl, Schwaighofer und Kocevar

Drei Immunitätsfälle wurden zudem kurzfristig auf die Tagesordnung gesetzt. Laut Immunitätsausschuss soll die Justiz nicht gegen FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl wegen des Verdachts der Verhetzung und gegen den FPÖ-Abgeordneten Sebastian Schwaighofer ermitteln dürfen. Letzterem wird vorgeworfen, rassistische Kommentare nicht gelöscht zu haben. Das Plenum sah bei beiden einen Zusammenhang mit der politischen Tätigkeit und lieferte sie nicht aus.

Für Ermittlungen gegen SPÖ-Abgeordneten Wolfgang Kocevar gab es hingegen grünes Licht. In seinem Fall besteht der Verdacht der Vorteilsannahme im Zusammenhang mit einer Umwidmung in Ebreichsdorf, wo er Bürgermeister ist.

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